{"id":3201,"date":"2018-09-29T18:15:52","date_gmt":"2018-09-29T16:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=3201"},"modified":"2024-04-03T18:15:57","modified_gmt":"2024-04-03T16:15:57","slug":"die-10-lebensluegen-eines-musikers-mit-volkers-senf-dazu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=3201","title":{"rendered":"Die 10 Lebensl\u00fcgen eines Musikers \u2013 mit Volkers Senf dazu"},"content":{"rendered":"<h1>Die 10 Lebensl\u00fcgen eines Musikers<\/h1>\n<h3><em>Gastbeitrag von Frank Christian Stoffel <span style=\"color: #0000ff;\">mit Kommentaren von Volker Giesek<\/span><\/em><\/h3>\n<h3 class=\"subheadline\"><strong>Einfach weil es sein muss und um hoffentlich den jungen Menschen ein wenig die Augen zu \u00f6ffnen, hier die nackte Wahrheit \u00fcber den Selbstbetrug eines ganz normalen durchschnittlichen Musikers.<\/strong><\/h3>\n<p>Auf meinen Streifz\u00fcgen durchs Internet habe ich auf dem sehr lesenswerten <a href=\"https:\/\/www.horstseinefreunde.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blog von&nbsp;Frank Christian Stoffel<\/a> seinen Artikel &#8220;Die 10 Lebensl\u00fcgen eines Musikers&#8221; entdeckt:&nbsp;\u00dcber 2000 W\u00f6rter \u201eReality Check\u201c f\u00fcr Musiker \u2013&nbsp;weise, schonungslos,&nbsp;kontrovers.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und das Beste: Ich darf ihn als Gastbeitrag auf blogaroundsound ver\u00f6ffentlichen. Danke, Frank!<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wird es gleich an der ein oder anderen Stelle ein bisschen wehtun. So war es zumindest bei mir.<\/p>\n<p>Aber egal, bei welchen Textpassagen <em>du<\/em> ins Gr\u00fcbeln kommst, dich reflexartig verteidigst oder zustimmend mit dem Kopf nickst: Kalt lassen werden dich die Worte sicher nicht.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich habe auch ich eine Meinung und \/ oder eigene Erfahrungen zu den einzelnen Punkten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Die stehen hier in blau, damit du durchblickst, wer gerade spricht.<\/span><\/p>\n<p>Teile den Artikel gerne mit Leuten, f\u00fcr die das auch ein Thema ist und \/ oder hinterlasse einen Kommentar.<\/p>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>1. Musik ist mein Leben<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, Musik ist nicht Dein Leben. Dein Leben ist Dein Leben und wenn Du nicht zu den ganz wenigen egozentrischen Superstars geh\u00f6rst, dann besteht Dein Leben nicht nur aus Deiner Musik. Es besteht nicht nur aus Dir alleine, sondern auch aus Deinen Freunden. Es besteht auch nicht aus st\u00e4ndig wechselnden Geschlechtspartnern, sondern irgendwann hoffentlich aus einem Menschen, den Du liebst und mit dem Du eine Familie gr\u00fcnden wirst. Dann wirst Du feststellen, dass Musik nur einen Teil Deines Lebens ausmacht. Das kann ein ganz gro\u00dfer wichtiger Teil Deines Lebens sein, aber es ist nicht der einzige und allerwichtigste Teil Deines Lebens. Zumindest sollte er das nicht sein, denn ansonsten wird Dein Leben, das sich nur auf Dich und Deine Musik reduziert, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter b\u00f6se vor die Wand fahren. S\u00e4tze wie \u201eMusik ist mein Leben\u201c oder \u201eIch mache Musik, weil ich es muss\u201c oder \u201eIch bin von Musik besessen\u201c zeugen von einem romantisch verkl\u00e4rten K\u00fcnstlerbegriff, der nichts mit dem wahren Leben zu tun hat.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Ja, Frank,&nbsp;das sehe ich genau so,&nbsp;aber&nbsp;<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">wir zwei sind&nbsp;mittlerweile eben auch&nbsp;<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">schon ein gutes St\u00fcck unseres Weges zum gandalf-gleichen weisen Alten voran geschritten. In meinen jungen Musikerjahren sah das freilich ganz anders aus, eher so, wie du es beschreibst: Ich war fast schon&nbsp;<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">manisch interessiert an allem, was mit Musik zusammenhing.<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">&nbsp;Perfektionistisch und ehrgeizig bis \u00fcbers Ziel hinaus. Ich wollte es einfach wissen: Ob und wie ich mit der Musik&nbsp;weiter als in die Privatinsolvenz komme. Damals h\u00e4tte ich&nbsp;<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">&#8220;Musik ist mein Leben&#8221; ohne Weiteres unterschrieben. Mit den Jahren wird man gechillter, und das ist gut so. Aber vielleicht musst du als junger Mensch lichterloh in Flammen stehen, damit dich sp\u00e4ter eine heimelige orange-rote Glut verl\u00e4sslich w\u00e4rmt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>2. Wenn ich den ganzen Tag Musik mache, wird meine Musik besser<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, wenn Du den ganzen Tag Musik machst, wirst Du maximal ein besserer Musiker. Ob die Musik, die Du machst, dadurch besser wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Der Wert von Deiner Musik bemisst sich nicht an der Zeit, die Du in sie hineingesteckt hast, sondern einzig und alleine daran, ob sie anderen Menschen gef\u00e4llt. Du kannst mit einer klassischen Singer\/Songwriter-Nummer, die in einer halben Stunde aus Dir herausgesprudelt ist, ein Millionenpublikum begeistern. Aber Deine Progrock-Oper, an der Du seit einem Jahr nun t\u00e4glich acht Stunden arbeitest, wird nicht automatisch nur deshalb auf gro\u00dfe Anerkennung sto\u00dfen, weil Du viel Flei\u00df und technische Versiertheit in sie gelegt hast. Nur Musiker sch\u00e4tzen technisch versierte Musik anderer Musiker. Den normalen H\u00f6rern ist das v\u00f6llig schnuppe. Wir h\u00f6ren Musik, weil wir uns ber\u00fchren lassen wollen. Wir wollen etwas erleben und eine Geschichte erz\u00e4hlt bekommen. Die kannst Du aber nur erz\u00e4hlen wenn Du etwas vom Leben mitbekommst. Und vom Leben kannst Du nur etwas mitbekommen, wenn Du nicht acht Stunden am Tag in Deinem Zimmer hockst und an Deiner Musik rumwerkelst. Mal abgesehen davon, dass so ein Verhalten dann ja schon fast neurotische Z\u00fcge h\u00e4tte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Von Hanns Eisler stammt der Satz: &#8220;Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch davon nichts.&#8221; Er hat das zwar so gemeint, dass Musik in Bezug zu den herrschenden politischen und gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen stehen soll, aber ich finde, das Zitat passt auch auf deinen Gedanken. Ja, der Musiker-Dreisatz lautet notwendiger Weise: Erfahrungen machen &gt; Seelentiefe erlangen &gt; ber\u00fchrende Musik (+ Texte) schreiben. Trotzdem lass mich einen Vorschlag machen, denn ich habe ein Problem mit der Gleichung &#8220;Wert deiner Musik = ausschlie\u00dflich die Anzahl der Menschen, der sie gef\u00e4llt&#8221;. Klar, auf pekuni\u00e4rer Ebene generiert noch der schlimmste Schlager mehr Wert als Keith Jarrett oder Snarky Puppy. Aber ist Letzteres daher weniger wert im Sinne von &#8220;qualitativ minderwertiger&#8221;, ist es also &#8220;schlechtere Musik&#8221;? Schwierig, oder? Da lauern Missverst\u00e4ndnisse. Ich pl\u00e4diere daf\u00fcr, dass wir es um eine ideelle Sichtweise erweitern, also in etwa &#8220;<\/span><strong style=\"color: #0000ff;\">Geld<\/strong><span style=\"color: #0000ff;\">wert deiner Musik = Anzahl der Menschen, der sie gef\u00e4llt | <\/span><strong style=\"color: #0000ff;\">Ideeller<\/strong><span style=\"color: #0000ff;\"> Wert deiner Musik = Das Ausma\u00df, in dem du hinter ihr stehst.&#8221; Weil, vielleicht <\/span><strong style=\"color: #0000ff;\">muss<\/strong><span style=\"color: #0000ff;\"> die Prog-Rock-Oper ja einfach sein, jetzt, ohne Kompromisse, ohne Geld oder Aussicht darauf, wurscht, schaumermal, ich fang jetzt an, wie geil ist das denn\u2026: &#8220;Am Anfang war nichts (Powerchord auf E) \u2026 Aber nichts w\u00e4hrt ewig\u2026, und so nahm diese Geschichte ihren Lauf, als das Volk von Mordor sich gegen Estragon erhob, den letzten Sohn von Gorkulon (13\/8-Bass hinzu) aus dem Geschlecht der\u2026&#8221; Nein, h\u00f6re hier nicht auf\u2026, aber h\u00f6r auf Frank und mich: Bitte nicht maulen, wenn es mit dem Tony Award dann doch nicht klappt, denn du machst das in erster Linie f\u00fcr dich und das ist gro\u00dfartig! Dein k\u00fcnstlerisches Portfolio und dein Erfahrungsschatz wachsen, und wie war das?&nbsp;Erfahrungen machen &gt; Seelentiefe erlangen &gt; ber\u00fchrende Musik (+ Texte) schreiben. Geld verdienen dann mit was Anderem, schon wieder eine Erfahrung, Wahnsinn!<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>3. Ich brauche nur das richtige Equipment<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt das nicht an der Badehose. Und wenn Du mit Deiner Musik keinen Erfolg hast, liegt das nicht an Deinem Equipment. Zugegeben, Du solltest nicht auf den allerschlechtesten Instrumenten mit den allerschlechtesten Verst\u00e4rkern spielen (wahlweise einsetzen: Synthesizer, Computer, Boxen, Mikrofone). Aber es muss auch nicht das Neueste, Teuerste und Beste sein. Gute Musik, tolle Songs, originelle Technotracks leben von der neuen musikalischen Idee. Du brauchst nicht das selbe Equipment wie Dein Idol, nur um am Ende genau so zu klingen. Deinen Sound gibt es noch nicht. Wir wollen nicht immer wieder den zweiten Abklatsch vom dritten Aufguss h\u00f6ren. Wir wollen authentische eigene Pers\u00f6nlichkeiten, die uns mit ihrer eigenen Vision von Musik beeindrucken. Such etwas im Netz herum und mach Dich schlau, wie Du mit wenig finanziellem Aufwand Deinen Sound umsetzen kannst. Das geht erheblich leichter (und g\u00fcnstiger) als Du vielleicht glaubst.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Ha, das mit dem Bauern und der Badehose gef\u00e4llt mir und es ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, Euer Ehren. Beweis? Ich habe einige meiner inspiriertesten Songs w\u00e4hrend meiner Zeit als Musikalischer Leiter in einer kleinen, runter-gerockten Theaterwohnung mit Linoleumboden komponiert. An einem gr\u00fcnen Resopaltisch sitzend und auf ein 37-Tasten Yamaha Batterie-Keyboard \u00e4u\u00dferst zweifelhafter Klangg\u00fcte einh\u00e4mmernd. Meine Erinnerungen sind verschwommen, aber der Pianosound war irgendwie &#8220;P\u00f6ng&#8221;, w\u00e4hrend die Strings eher so Richtung &#8220;Bsss&#8221; gingen. Hab das Ding noch im Keller, muss es mal wieder rauf holen\u2026<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>4. Ich muss in die GEMA<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, Du musst gar nichts, Du bist Musiker. \u00dcberlege Dir sehr gut, wem Du Rechte an Deiner Musik ohne Not und ohne zeitnah abzusehenden gro\u00dfen Nutzen einr\u00e4umen willst. Informiere Dich genau \u00fcber die Implikationen, die eine Mitgliedschaft in der GEMA mit sich bringen. Die GEMA kann f\u00fcr Dich von Nutzen sein. Wenn Du aber kein Superstar, Filmkomponist oder Ghostwriter f\u00fcr andere Stars bist, Deine St\u00fccke nicht im Radio auf Heavy-Rotation laufen und auf diversen Compilations erscheinen, wenn Du also am Anfang Deiner Karriere stehst und St\u00fccke von Dir selber auff\u00fchrst und im Eigenverlag herausbringst, dann wird Dir die GEMA wenig n\u00fctzen. Sie kann Dir sogar schaden, da sich zur Zeit eine Mitgliedschaft in der GEMA und Ver\u00f6ffentlichungen unter Creative Commons Lizenz ausschlie\u00dfen. Am Anfang Deiner Karriere legt Dir die GEMA nur Steine auf Deinen Weg der digitalen Selbstvermarktung, die Du hoffentlich schon in die Hand genommen hast.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Was soll ich sagen, eine meiner ersten Amtshandlungen als Musiker war, als au\u00dferordentliches Mitglied in die GEMA einzutreten. Aber es war, ist und bleibt eine Hassliebe. Wenn die zu erwartenden Aussch\u00fcttungen die Aufnahme- und Jahresgeb\u00fchr nicht \u00fcbersteigen, macht es nat\u00fcrlich keinen Sinn. Ja, ich gebe dir Recht, Frank, man sollte sich eine GEMA-Mitgliedschaft gerade am Anfang seiner Karriere gut \u00fcberlegen.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Pro:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">Die GEMA versucht, den Geldwert von Kreativit\u00e4t ins \u00f6ffentliche Bewusstsein zu r\u00fccken<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\"> Die GEMA hat versucht, mit YouTube ein Verg\u00fctungsmodell f\u00fcr die Urheber der YouTube-Inhalte auszuhandeln<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">Es ist angenehm, ab und an von der GEMA unverhofft Tantiemen ausgesch\u00fcttet zu bekommen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">Ihr Kundenservice hat sich massiv verbessert. Gerade in letzter Zeit habe ich sehr freundliche und kompetente Beratung, etwa \u00fcber den f\u00fcr eine bestimmte Veranstaltung oder V\u00d6 g\u00fcnstigsten Tarif erfahren.&nbsp;<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"caret-color: #0000ff;\">Contra:<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">Tarif-&#8220;Reformen&#8221; mit Berechnungsmodellen, durch die nicht mal Stephen Hawking durchgestiegen w\u00e4re, wurden in der Vergangenheit ohne Grundabstimmung vom Vorstand &#8220;beschlossen&#8221;. F\u00fcr den normalen &#8220;Working Musician&#8221;, der in Clubs der Region seine eigenen St\u00fccke spielt, bedeutete etwa das 1998 eingef\u00fchrte &#8220;PRO&#8221;-Verfahren (2012 abgel\u00f6st durch &#8220;INKA&#8221;) einen krassen Einbruch seiner GEMA-Einnahmen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">Man muss f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung, Auff\u00fchrung sowie den \u00fcber die eigene Homepage laufenden Online-Verkauf seiner <em>eigenen<\/em> Musik GEMA-Geb\u00fchren bezahlen. Das finde ich bizarr.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #0000ff;\">Vorsicht, B\u00fcrokratie! Formulare, Satzung, Paragraphen, Regelungen, Ausnahmeregelungen, Sonderregelungen, Amtsdeutsch statt Klartext.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gema.de\/faq\/mitglied-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier<\/a><span style=\"color: #0000ff;\"> beantwortet die GEMA die h\u00e4ufigsten eine Mitgliedschaft betreffenden Fragen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>5. Ich brauche einen Manager, Produzenten, Verlag, Booker<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, Du brauchst keine selbsternannten Freunde, die Prozente von Deinen Rechten haben wollen. Du brauchst richtige Freunde, die mit Dir den ganzen Weg gehen wollen und zusammen mit Dir gro\u00df werden oder untergehen. Deine echten Freunde stehen wie Du mit dem R\u00fccken zur Wand und werden sich m\u00e4chtig f\u00fcr die Sache reinh\u00e4ngen. Die professionellen Freunde haben viele Freunde wie Dich. Wenn Du untergehst, drehen sie sich um und suchen sich neue Freunde mit denen sie Geld verdienen k\u00f6nnen. Wenn Du nicht den ganzen Tag nur Musik machst und Dich auch auf Konzerten befreundeter Bands bzw. Partys befreundeter Djs sehen l\u00e4sst, kannst Du Kontakte kn\u00fcpfen und Netzwerke bilden. Du wirst Leute in Deinem Freundeskreis finden, die sich f\u00fcr Tontechnik, Grafik-Design, Social Media oder auch Tour-Booking interessieren. Ihr seid ein tolles Team, voller Tatendrang, das die Welt aus den Angeln heben wird. Das wollen die Professionellen nur in den ganz seltensten F\u00e4llen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Stimmt wohl. Zwar hat sich bei mir nie die Manager- oder Produzenten-Frage gestellt. Aber ich kann best\u00e4tigen, dass unerwartet Hilfe aus dem pers\u00f6nlichen Umfeld auftaucht, wenn du erst einmal ernsthaft mit etwas begonnen hast. Selbstmarketing ist ja ohnehin das Wort der Stunde und eine Band kann die Aufgabenbereiche Booking, Social Media, Pressearbeit und Promo idealer Weise unter den Bandmitglieder aufteilen.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>6. Auf Tour zu sein ist toll<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, Musik zu machen und Konzerte zu geben ist toll. Aber 50 Abende hintereinander Musik zu machen und in immer neuen St\u00e4dten Konzerte zu geben ist vor allem eins: anstrengend. So lange Du nicht zu den Superstars geh\u00f6rst, wirst Du keine gro\u00dfen Hallen als Topact f\u00fcllen, nicht in Hotels oder luxuri\u00f6sen Nightlinern \u00fcbernachten und keine eigene Cateringcrew dabei haben. Du wirst am Anfang Deiner Karriere in Jugendzentren und kleinen Clubs zusammen mit Bands aus der jeweiligen Stadt auf zu kleinen B\u00fchnen mit schlechten Anlagen stehen. Du wirst hin und wieder mit Schlafsack und Isomatten auf B\u00f6den schlafen, oft privat auf mittelpr\u00e4chtigen Schlafsofas und selten in kleinen Pensionen. Du wirst Unmengen an Nudeln mit roter So\u00dfe essen, verkochte vegane Gem\u00fcseeint\u00f6pfe und selten Kraft spendende Hausmannskost. Wenn Du schon eine Liga weiter bist, werden die Rahmenbedingungen ein wenig besser f\u00fcr Dich. Was jedoch bleibt ist die brutale Realit\u00e4t der Mathematik: Eine Tour mit 50 Konzerten am St\u00fcck besteht aus 50 Stunden Auftritt und 1.200 Stunden Davor und Danach. F\u00fcr manche Musiker ist es das wert; die tollen Auftritte machen alles andere wieder wett. F\u00fcr viele andere Musiker jedoch ist der Gegensatz von den aufregenden Auftritten und dem enervierenden Davor und Danach so anstrengend, dass sie zu Alkohol und \/ oder Drogen greifen, an Burnout oder Depressionen leiden, oder schlicht und ergreifend irgendwann die Nase vom ewig gleichen Touralltag voll haben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">\u2026und je \u00e4lter man wird, desto anstrengender wird es bzw. desto anspruchsvoller wirst du, was Unterbringung, Catering, Reise betrifft. Irgendwann hast du einfach keinen Bock mehr auf Bassisten-Schwei\u00dff\u00fc\u00dfe im selben Bett, nicht mal als Bassist (an alle Bassisten, mit denen ich je das Zimmer geteilt habe: Ihr seid nicht gemeint!). Meine Tourerfahrungen beschr\u00e4nken sich auf lediglich 2 mal 14 Tage. Nicht mit einer jungen aufstrebenden Band in eigener Sache, sondern mit Felicia Weathers, einer (sehr sympathischen) Ex-Operndiva. Wir sind zur Weihnachtszeit mit einem Klassik-, Gospel-, Christmas-Mix quer durch Deutschland getourt. Ich war f\u00fcr Keyboards und Drum-Programming verantwortlich, da man zu gei\u2026 \u00e4h, da ein Drummer nicht mehr ins Budget gepasst hat. Alles war gut von einer professionellen Agentur organisiert, hat mir damals mit Ende 20 richtig Spa\u00df gemacht und Erfahrungen generiert, die nicht in Burnout oder Alkoholsucht endeten. Obwohl ich allen Grund dazu gehabt h\u00e4tte: Nachdem ich im Vorfeld&nbsp;alle Sounds f\u00fcr die Show fein s\u00e4uberlich mit Splits und Layers \u00fcber den gesamten Tastaturumfang der&nbsp;88 Tasten&nbsp;meines Masterkeyboards organisiert hatte, hat sich w\u00e4hrend der letzten 3 Shows die Tastatur nach und nach verabschiedet, so dass ich beim Soundcheck jeweils umprogrammieren musste, was umzuprogrammieren ging. Am Ende war ich in Schwei\u00df gebadet auf den mir gn\u00e4diger Weise verbliebenen 2 \u00bd Oktaven unterwegs. Einiges klang eher ungewohnt an jenen Abenden\u2026 Dann war da noch dieser Bassist an Bord. Mit dem Geruch seiner F\u00fc\u00dfe hat alles gestimmt, aber er konnte ums Verrecken nicht nach Dirigat spielen. So haben der MD und ich, auf die leicht panisch vorgetragene Bitte von Felicia hin (&#8220;Volker, I\u2019m desperately trying to save my show!&#8221;), versucht, ihm das in vormitt\u00e4glichen Sonderproben in Hotel-Hinterzimmern beizubringen \u2013 mit gemischtem Erfolg. Bei der 2. Tour war dann auch ein anderer, \u00fcber jeden Zweifel erhabener Tieft\u00f6ner mit von der Partie. Wirklich \u00fcber jeden: Vom wei\u00dfen Auftrittshemd b\u00fcgelte er jeden Abend nur eine V-f\u00f6rmige Fl\u00e4che auf der Vorderseite unterhalb des Kragens. Hocheffizient, lie\u00df doch die dar\u00fcber getragene Smoking-Jacke nur den Blick auf genau dieses Hemdsegment zu. Frontend top, aber alles, was unter der Jacke verborgen war, sah aus, als h\u00e4tte es ein Galloway als Hubba-Bubba-Ersatz verwendet. Gro\u00dfartig!<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>7. Ausbeuter sind die anderen, aber nicht ich<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, selbst wenn Du Dich selber immer noch gerne als Indie-Musiker, Rock\u2019n\u2019Roller, Punker, Underground-Techno-Aktivist oder Totalverweigerer siehst. Denn h\u00f6chstwahrscheinlich hast Du nicht Deine gesamte Band bei der GEMA als Komponisten angegeben, sondern nur Dich und maximal einen weiteren Musiker. Bassist und Drummer sind nur Para-Musiker, wenig mehr als Angestellte, und spielen eh nur nach Deinen genialen Vorgaben. Die Leute, die mit Dir auf Tour gehen, seien es Toningenieur oder Tourbegleiter, sind nicht prozentual an den Einnahmen beteiligt, sondern bekommen einen festen Betrag mit der Aussicht auf mehr, wenn es irgendwann so richtig l\u00e4uft. Du benutzt gekrackte Software, weil Du Dir ja unm\u00f6glich jedes neue lauter-fetter-besser-geiler Plugin kaufen kannst. Du benutzt f\u00fcr Deine Webseite jede Menge an freier Software, hast aber noch nie einem Entwicklerteam etwas daf\u00fcr gespendet. Selbst wenn Du ein veganer, politisch \u00fcberkorrekter Punkmusiker bist, wirst Du Dein Geld lieber werbewirksam an Tier-, Menschen- oder Pflanzenrechtsorganisationen spenden, als Deine Vorband an den Kasseneinnahmen zu beteiligen und ihnen einen ebenso guten Sound wie Dir selber zu erlauben. Musik ist f\u00fcr Dich inzwischen (leider) auch Business. Steh endlich dazu. Und erz\u00e4hl uns nicht, wie schlecht es Dir geht und wie Du st\u00e4ndig von Abzockern bedroht wirst.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Oha, wenn ich mir diesen Absatz durchlese, legt mein Heiligenschein sofort ein paar Lumen zu. Das Schreiben wird schwierig, fast \u00fcberstrahlt er den Monitor ;)) Die beschriebenen Verfahrensweisen prangerst du zu Recht an, Frank. Ich komme nat\u00fcrlich auf meiner bescheidenen Ebene und mit meinen Projekten auch gar nicht erst in Versuchung. Gro\u00dfes Indianerehrenwort: Bei mir gibt es keine gecrackte Software, bei Kollaborationen werden <b>alle<\/b> Autoren bei der GEMA als Urheber gemeldet, Gagenzahlung immer transparent und nach Absprache und meine Spenden werden an keine Glocke geh\u00e4ngt, weder gro\u00df noch klein. Amen. &nbsp;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>8. Mit einem Plattendeal wird alles gut<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, wird es nicht, es wird nur anders. Die meisten Plattenfirmen sind wie gro\u00dfe Lehmschleudern. Sie werfen viele Lehmklumpen an die Wand und hoffen, dass ein paar h\u00e4ngen bleiben. Etwas netter formuliert: Plattenfirmen sind Risikokapitalgeber. Sie investieren in ganz viele Projekte und hoffen, dass sich einige davon f\u00fcr sie rentieren. Welches Projekt das am Ende ist, ist ihnen relativ egal. Dementsprechend wird f\u00fcr Dich auch erst einmal nur das Basisprogramm abgespult. Wenn die Verk\u00e4ufe dann den Erwartungen entsprechen wird einen Gang hoch geschaltet. Bleiben die Verk\u00e4ufe hinter den Erwartungen zur\u00fcck, l\u00e4uft alles bestenfalls einfach so weiter, oder es wird einen Gang zur\u00fcck geschaltet. Vielleicht darfst Du ein zweites Album machen. Vielleicht verschwindet aber Dein erstes Album, nachdem die Erstauflage ausverkauft ist auch einfach in den Archiven der Plattenfirma und wird nicht noch mal aufgelegt. Vielleicht bekommst Du bessere Konzerte und Rezensionen, weil Du jetzt bei einer bekannten Plattenfirma bist. Vielleicht stellst Du aber auch fest, dass Du mehr Platten auf Deinen Konzerten verkaufst als die Plattenfirma in den L\u00e4den. Bl\u00f6d nur, dass Du Deine Platten von der Plattenfirma zum Vertriebspreis (oder schlechter zum H\u00e4ndlerabgabepreis) vorher kaufen musst. Wenn Du nicht zu den gl\u00fccklichen 3% geh\u00f6rst, die mehr als 5.000 Einheiten von ihrer Musik verkaufen, wird f\u00fcr Dich mit einem Plattendeal nicht alles gut, sondern nur komplizierter, gr\u00f6\u00dfer, schneller, anstrengender und nerviger.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Nein, mit einem Plattendeal wird wirklich nicht alles gut. Meiner Erfahrung nach bringt es heutzutage lokal bis regional t\u00e4tigen Musiker*innen keinen Vorteil einen Band\u00fcbernahmevertrag abzuschlie\u00dfen (was bedeutet, du lieferst ein fertiges Master an, hast also alle Produktionskosten bis hierher selber bezahlt). Du bekommst wahrscheinlich einen Kostenzuschuss f\u00fcr Artwork und Presskosten. Aber durch die Abnahme eines vertraglich festgelegten Kontingents deiner eigenen CD, wie es Frank beschrieben hat, halten sich viele Plattenfirmen schadlos. Wenn gleichzeitig eine Inverlagnahme deiner Titel verpflichtend ist, kassiert bei jedem Konzert, das du m\u00fchevoll an Land ziehst, der dem Label angeschlossene Verlag 40 % deiner GEMA-Tantiemen. Leider ist das nicht selten das Einzige, was seitens der Plattenfirma geschieht. Weit und breit kein Kreativ-Partner in Sicht, der auch \u00fcber das Promotionfenster von 4 Wochen um den Releasetermin hinaus mit Ideen, Kontakten und Vorschl\u00e4gen mit im Boot ist. Inzwischen paddeln nat\u00fcrlich auch kleine bis mittlere Plattenfirmen mit ihrem Boot auf einem ziemlich toten Meer herum. Wenn nicht immer noch ca. 10 \u2013 20 % der Konzertbesucher eine CD mit nach Hause nehmen w\u00fcrden, k\u00f6nnte man sich als K\u00fcnstler die Investition in die Herstellung eines Tontr\u00e4gers, der sich eventuell nie amortisiert, komplett sparen. Ich glaube sogar, dass Musikaufnahmen in Folge der Digitalisierung sich schon l\u00e4ngst vom Hauptzweck und h\u00f6chsten Gut der Musiker zu lediglich einem von vielen Mitteln gewandelt haben, mit denen er seine Social Media-Profile sch\u00e4rft. Das ist ein sch\u00f6nes Thema f\u00fcr einen extra Blogartikel\u2026<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>9. Eines Tages kommt der Durchbruch und ich habe es geschafft<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Nein, selbst wenn es in Deiner Karriere gl\u00fccklicherweise eine Durchbruchsphase geben sollte, hast Du es damit noch lange nicht geschafft. Erfolgreich zu sein ist harte Arbeit. Erfolgreich zu bleiben ist noch h\u00e4rtere Arbeit. Du wirst nicht j\u00fcnger, aber die K\u00fcnstler die nach Dir kommen sind es. Du kannst Deine Musik nicht immer neu erfinden, aber die jungen Musiker nach Dir erfinden immer neue Stile. Wenn Du mit der ewigen Verj\u00fcngungskur der Musik mithalten kannst, dann bist Du einer der wenigen Superstars der Welt, deren Karriere nicht nach ein paar fetten Jahren abknickt und in ruhigeren Bahnen verl\u00e4uft. Da Du aber kein Superstar bist, wird Deine Karriere abknicken und sich nach ein paar Achtungserfolgen auf einem Level einpendeln, wo nicht alles schlecht ist aber auch nicht so glamour\u00f6s wie Du es Dir immer ertr\u00e4umt hast. Du f\u00fcllst mittelgro\u00dfe Hallen und in Deiner Heimatstadt bist Du bekannt wie ein bunter Hund. Etwas weiter im S\u00fcden aber erkennt Dich auf der Stra\u00dfe keiner mehr. Du wirst \u00e4lter, verkaufst nicht mehr ganz so viele Platten und \u00fcberlegst, ein Buch zu schreiben. Du wirst nach wie vor vom ganz gro\u00dfen Durchbruch tr\u00e4umen, wenn denn endlich nur \u2026 ja wenn \u2026 und h\u00e4tte . .. und \u00fcberhaupt. Und wenn Die Hoffnung auf den ganz gro\u00dfen Ruhm dann irgendwann zuletzt in Dir gestorben ist, dann freue Dich. Endlich kannst Du den Tatsachen ins Auge schauen. Musik ist ein Gl\u00fcckspiel und Du hast leider nicht den Hauptgewinn gezogen. Aber das ist kein Grund einfach alles hinzuschmei\u00dfen und aufzugeben. Fang endlich an Deine Musik vern\u00fcnftig in Dein Leben zu integrieren. Genau so wenig, wie Du Dein Leben f\u00fcr Deine Musik aufgeben sollst, genau so wenig sollst Du Deine Musik f\u00fcr Dein Leben aufgeben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Dem habe ich nichts hinzuzuf\u00fcgen (und das nicht aus Faulheit).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<h3>10. Ich kann von Musik leben<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"entry clearfloat\">\n<p>Ja, das kannst Du und es ist nur ein ganz kleines bisschen geschummelt. Denn Du verschweigst dabei, dass es leider nicht Deine Musik ist, von der Du lebst. Du verdienst etwas Geld mit Musikunterricht, sei es an einer Musikschule oder als Privatlehrer. Daf\u00fcr f\u00e4hrst Du auch gerne einmal in der Woche in eine andere Stadt. Du verdienst etwas Geld in einer Top40-Coverband und ihr tretet auf Sch\u00fctzenfesten und Firmenfesten auf. Daf\u00fcr bringt ihr gerne Eure eigene Anlage mit und baut sie auch selber auf und ab. Vielleicht spielst Du auch in einem kleinen, feinen Ensemble und ihr tretet in Caf\u00e9s oder bei Vernissagen auf, oder Du bist der Mann am Klavier in einer netten Cocktailbar. Du kennst einen Filmkomponisten und spielst ihm hin und wieder ein Solo f\u00fcr seine Layouts ein. Daf\u00fcr bekommst Du einen kleinen Festbetrag, aber nat\u00fcrlich keine Prozente oder Autorencredits. Oder Du spielst mal als Gastmusiker bei der ein oder anderen CD-Produktion mit, bei gleichem Bezahlungsmodell, sprich Buy-Out. Mit Deiner eigenen Musik trittst Du auch ein paar Mal im Jahr auf und nach Abzug der Reisekosten und Gagen f\u00fcr Deine Musiker bleibt noch etwas f\u00fcr Dich \u00fcber. In letzter Zeit schreibst Du auf die GEMA-B\u00f6gen der Top40 Band immer auch ein oder zwei von Deinen St\u00fccken drauf, weil Du so von der GEMA noch ein wenig Geld bekommst. Wenn Du mal wieder eine CD machst, dann verkauft sich die immerhin so gut, dass Du da problemlos drei Monate von leben k\u00f6nntest. Wohlgemerkt nur Du, da Deine Mitmusiker ja keine Komponisten sind und f\u00fcr die Aufnahmen direkt von Dir bezahlt wurden. Du organisierst in Deinem Heimatort einmal im Jahr ein kleines Musikfestival und bekommst daf\u00fcr ein kleines Honorar. F\u00fcr einen kleinen Verlag setzt Du manchmal ein paar gemeinfreie Kinderlieder, vielleicht sogar mit einer kleinen eigenen Bearbeitung, dann gibt es von der GEMA noch mal was obendrauf. Du hast nicht mehr das Gef\u00fchl Dich durchschlagen zu m\u00fcssen, denn es l\u00e4uft ganz gut und Du kannst von Musik leben.<br>Nur manchmal, in den ganz melancholischen Momenten, die Du als K\u00fcnstler ertragen musst, da fragst Du Dich, ob es nicht doch ein Fehler war nach dem Studium den langweiligen Halbtagsjob im B\u00fcro zu k\u00fcndigen. Dann h\u00e4ttest Du abends nicht die Ohren komplett mit der Musik anderer Leute zu und k\u00f6nntest mit Deiner schr\u00e4gen Band einfach die Musik machen, auf die Du Lust hast. Ohne st\u00e4ndig dar\u00fcber nachzudenken, wie Du Dich am besten verkaufen kannst.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Na klar war es ein Fehler, den Halbtagsjob zu k\u00fcndigen! Konfuzius sagt: &#8220;\u00dcberquere niemals die mit deinem Herzblut gezogene rote Linie, jenseits derer Qual und Selbsthass lauern.&#8221; Oder hab ich den jetzt mit mir verwechselt? Egal, alles in allem l\u00e4uft es wohl auf mein pers\u00f6nliches Mantra hinaus: &#8220;Ich bin Musiker, und mein Hobby ist gute&nbsp;Musik.&#8221; Und \/ oder m<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">eine Musik, je nachdem. Die finde ich nat\u00fcrlich auch gut. Was andere \u00fcber sie denken, interessiert mich zwar (ja, ich sch\u00e4tze konstruktive Kritik, durch sie lerne ich dazu), jedoch ist das nicht der Punkt. Ich liebe es ganz einfach, kreativ zu sein und was dabei raus kommt, muss ich dann &#8220;Allen zeigen\u201c,&nbsp;auf den Kan\u00e4len, die gerade angesagt sind \u2013 kindisch, oder? Dabei wird querfinanziert, was das Zeug h\u00e4lt. Wenn ein Projekt mir taugt, pr\u00fcfe ich s\u00e4mtliche m\u00f6glichen Wege und Kapazit\u00e4ten, unabh\u00e4ngig von Mindestgagen und Tantiemenregen. Schon Karl Valentin hat gewusst: &#8220;Kunst ist sch\u00f6n, macht aber viel Arbeit.&#8221; Und mitunter ist sie nicht mal bezahlt. Aber allen von uns, die ein &#8220;K\u00fcnstler-Gen&#8221; auf ihrer Doppel-Helix haben, sei aus eigener Erfahrung versichert: Diese kleine Macke macht dich zu etwas Besonderem, sie gilt es wertzusch\u00e4tzen, zu kultivieren und weiter zu entwickeln. \u2013 Das letzte Wort soll der von mir hoch gesch\u00e4tzte Singer-Songwriter Ben Folds haben: &#8220;All you need is the thing you\u2019ve forgotten \/ And that\u2019s to learn to live with what you are.&#8221; (Kompletter Songtext <a href=\"http:\/\/www.songtexte.com\/songtext\/ben-folds\/learn-to-live-with-what-you-are-3bdb04f8.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Was hast du f\u00fcr Erfahrungen zu den einzelnen Punkten gemacht? Was ist deine Meinung?&nbsp;<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">Hinterlasse einen Kommentar.<\/span><\/p>\n<\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/gallery.mailchimp.com\/a307b9dba9\/images\/0729a6aa-40db-442b-8eb2-e8053ed547b9.png?resize=600%2C338&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\"\/><figcaption><strong>Sei dabei und Teil des Publikums!<\/strong><br>Alles ist vorbereitet: Hinweise zu neuen Artikeln und meinen \u00fcbrigen Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen bequem in deinem E-Mail-Postfach landen \u2013 wenn du meinen release + newsletter abonnierst<strong>.<\/strong><br>Schau dir <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/mailchi.mp\/0ff8347cce71\/release-news-2020-1\" target=\"_blank\">hier<\/a> ein Beispiel an.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n\t<div class=\"wp-block-jetpack-mailchimp\" data-blog-id=\"68966228\">\n\t\t<form\n\t\t\taria-describedby=\"wp-block-jetpack-mailchimp_consent-text\"\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t<p>\n\t\t\t\t<input\n\t\t\t\t\taria-label=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\tplaceholder=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\trequired\n\t\t\t\t\ttitle=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\ttype=\"email\"\n\t\t\t\t\tname=\"email\"\n\t\t\t\t\/>\n\t\t\t<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><button type=\"submit\" class=\"components-button is-button is-primary \" style=\"\">volker giesek | release + news abonnieren<\/button><\/p>\t\t\t<p id=\"wp-block-jetpack-mailchimp_consent-text\">\n\t\t\t\tWenn du &#8220;abonnieren&#8221; klickst, teilst du deine E-Mail-Adresse mit Volker Giesek und Mailchimp. 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Auf meinen Streifz\u00fcgen durchs Internet habe ich auf dem sehr lesenswerten Blog von&nbsp;Frank Christian Stoffel seinen Artikel &#8220;Die 10 Lebensl\u00fcgen eines Musikers&#8221; entdeckt:&nbsp;\u00dcber 2000 W\u00f6rter \u201eReality Check\u201c f\u00fcr Musiker \u2013&nbsp;weise, schonungslos,&nbsp;kontrovers.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3219,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"Die 10 Lebensl\u00fcgen eines Musikers \u2013 mit Volkers Senf dazu","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-3201","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blogartikel"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.blogaroundsound.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/manhattan-1674404_1920-Sepia.jpg?fit=1920%2C1386&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Fngw-PD","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3201"}],"version-history":[{"count":45,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5472,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3201\/revisions\/5472"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3219"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}