{"id":3626,"date":"2019-09-07T09:15:06","date_gmt":"2019-09-07T07:15:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=3626"},"modified":"2020-08-24T23:39:14","modified_gmt":"2020-08-24T21:39:14","slug":"herr-rossi-sucht-das-glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=3626","title":{"rendered":"Herr Rossi sucht das Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ferien<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich tigere in der Wohnung herum, etwas rastlos, etwas ratlos\u2026 Pl\u00f6tzlich ist da diese Melodie, sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie hat mich gefunden oder war schon immer in mir und will genau in diesem Moment heraus. Hach, wie romantisch, ja, wir Komponisten sind schon krass. Einfach so beim Rumtigern: Eine neue Melodie, ein neuer Song, ein neuer Hit! Noch w\u00e4hrend die letzten T\u00f6ne zwischen Neocortex und Frontallappen zerst\u00e4uben, bin ich mir v\u00f6llig im Klaren dar\u00fcber, wie es jetzt weitergehen muss, damit die GEMA mir auch n\u00e4chstes Jahr wieder 6-stellig Tantiemen aussch\u00fcttet. Es braucht lediglich ein Zeichen von mir. Denn sie warten ja alle nur darauf, loszulegen und die Maschinerie f\u00fcr mein n\u00e4chstes gro\u00dfes Ding in Bewegung zu setzen: Label, Management, Studio, Musiker, die Booking-Agentur, Konzertveranstalter, die Video-Produktion, die Sponsoren, die Online-Profis, die meine Social Media-Kan\u00e4le f\u00fcttern. Genau deshalb ist es ja so geil, Musiker zu sein: Diese Inspiration, diese Kreativit\u00e4t, dieser Fokus, diese M\u00fchelosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es so w\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ok, dass es toll ist, Musiker zu sein, stimmt, wenn auch in meiner Realit\u00e4t aus anderen Gr\u00fcnden. Nicht einmal das mit der Ohrwurm-Melodie war gelogen. Nur war der Ohrwurm leider nicht von mir, sondern geh\u00f6rt zu einer Zeichentrickserie meiner Kindheit mit dem sch\u00f6nen Titel <em>Herr Rossi sucht das Gl\u00fcck<\/em>. Kennt die au\u00dfer mir noch jemand hier? Dachte ich es mir, lediglich ein paar Flugsaurier, Quastenflosser und das Wollnashorn melden sich. Aber wie dem auch sei, auch die ersten Zeilen des Songtextes sind mir \u00fcber all die Jahre (ok, es sind Jahrzehnte) haften geblieben<em>, <\/em>sie hei\u00dfen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Denn Herr Rossi sucht das Gl\u00fcck<\/em><\/p><p><em>Sucht man es, so fehlt ein St\u00fcck<\/em><\/p><p><em>Ja, es fehlt ein St\u00fcck vom Gl\u00fcck<\/em>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hm, wie kriege ich da jetzt den Dreh? Am besten, ich fange noch mal von vorne an, also:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ferien<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich tigere in der Wohnung herum, etwas rastlos, etwas ratlos\u2026 Was soll ich tun, was k\u00f6nnte ich Sinnvolles machen? Ich habe schlie\u00dflich Zeit. Jetzt, endlich! Eigentlich. Mal sehen: Ich k\u00f6nnte doch sehr sch\u00f6n am neuen Instrumental-Song weiterarbeiten, der vor ein paar Tagen in Form einer vielversprechenden Akkordsequenz und Melodie vorbeischaute\u2026 Oder lieber ans Klavier und meinen Quartenakkord-Chops mit Russell Ferrantes &#8220;Cycle Six&#8221;-Approach durch die Dorische Tonleiter einen Vitaminsto\u00df verabreichen? Wobei, ist es nicht l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, im harmonischen Kosmos von Barry Harris durchzusteigen, samt &#8220;Sixth Diminished Scale&#8221;, &#8220;Borrowed Notes&#8221; und &#8220;Movements&#8221;? Sinnvoll nat\u00fcrlich auch, mit dem &#8220;Mastering Odd Meters&#8221;-Video von Drum-Koryph\u00e4e Ari Hoenig weiter zu arbeiten. Immerhin singt er dort &#8220;La Cucaracha&#8221; im 5\/4-Takt, w\u00e4hrend er den passenden Clave dazu klatscht und selbigen dann &#8220;on the fly&#8221; um ein Achtel versetzt. Tja, f\u00fcr die einen ist es nur ein alter Kakerlakenschlager, f\u00fcr die anderen der Schl\u00fcssel zum Erfolg (wenigstens bei ungeraden Metren). Auch meine Transkription dessen, was Don Grolnick mit &#8220;Weaver Of Dreams&#8221; (auf seinem gro\u00dfartigen Album gleichen Namens) anstellt, kommt seit Jahren nicht voran. Und m\u00fcsste nicht ebenfalls endlich mal ein Haken hinter die Komplett-Aufnahme meines Singer\/Songwriter-\u0152uvres f\u00fcr meinen YouTube-Kanal (den mit den 11 Abonnenten\u2026)? Singen \u00fcben w\u00e4r auch mal wieder dran, da gibt es Tages- und Gro\u00dfbaustellen, zweifellos. Oder doch lieber einen neuen Song schreiben, oder wenigstens den Text dazu, oder einfach mal meine Sprachmemos mit den Songideen und -skizzen sichten? Wollte ich nicht auch schauen, dass ich f\u00fcr meinen Unterricht an der BFS YouTube-Playlisten mit Videobeispielen, Fragen und Aufgaben zu verschiedenen Themen anlege? Und was ist mein n\u00e4chster gro\u00dfer Projekt-Move f\u00fcr den Herbst? Song\/Videoproduktion? Etwas Interdisziplin\u00e4res? Meine Songs mit Band aufnehmen? Ein neues Instrumental- oder Vocal-Jazz-Album mit Gasts\u00e4ngerinnen, wenigstens ein paar Tracks? So viele Ideen, so viele M\u00f6glichkeiten! \u201eYou\u2018ve got the songs, you\u2019ve got  the power\u201c, musst halt anschieben, go, Volker, go!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nein, halt, stopp!<\/h4>\n\n\n\n<p>Jeder wei\u00df, dass es selbst f\u00fcr die euphorischste, neugierigste K\u00fcnstlerseele kontraproduktiv ist, immer nur um Musik zu kreisen. Ich brauche dringend geistige Erfrischung, tonlosen Input. Es sind ja auch Ferien, da muss ich mal auf andere Gedanken und vor allem runter kommen (man sagt zwar, Letzteres tun sie alle, aber bei mir habe ich da so langsam meine Zweifel). Was ist zum Beispiel mit der Wochenendausgabe der S\u00fcddeutschen Zeitung? Die liegt da seit vorgestern maximal prominent, gleichwohl ungelesen auf dem W\u00e4schest\u00e4nder und starrt mich mit gro\u00dfen, dunklen Lettern mitleiderregend an. Fast scheint sie mir ein wenig entt\u00e4uscht und traurig: So viele tolle Inhalte und so wenig Beachtung. Die \u00c4rmste, da m\u00f6chte ich wirklich nicht mit ihr tauschen\u2026 Alternativ buhlt auch noch &#8220;4 3 2 1&#8221;, der auch schon nicht mehr ganz neue 1256-Seiten-Schinken von Paul Auster, von meinem Nachttisch aus um Aufmerksamkeit. Keine Ahnung, ob ich den zu Lebzeiten fertig gelesen bekomme, aber falls es eng wird, w\u00fcrde er aufgrund seiner schieren Opulenz sicher auch als Grabstein eine gute Figur machen. Mein Plan: Ich lasse mich scheintot begraben und erhebe mich n\u00e4chtens, erfrischt und ausgeruht, um mich im flackernden Schein des Grablichtes, nur begleitet vom Schrei des K\u00e4uzchens und dem Flattern von Fledermausfl\u00fcgeln, Kapitel um Kapitel voran zu arbeiten. Langsam, stetig und unerbittlich, gleich einem Braunkohlebagger durch den Tagebau Garzweiler Nord. Endlich eine einzige, klar umrissene Aufgabe, der ich mich zu festen Zeiten widme. Ich mache das auch ausschlie\u00dflich f\u00fcr mich, keiner muss davon erfahren. Dazwischen: Nichts. Nur himmlische Langeweile!<\/p>\n\n\n\n<p>Warum tue ich mich im wahren Leben damit wider besseres Wissen so schwer \u2013 und wie ist das bei dir? Bin ich hier der einzige Kapit\u00e4n, der auf seinem falschen Dampfer, ohne Not und sehr souver\u00e4n, geradewegs ins Bermudadreieck schippert? Werde ich untergehen im Strudel der Ambitionen? (Eine Prise Drama muss an dieser Stelle sein, ich finde, du solltest im Zuge der Leserbindung ruhig etwas mitleiden, vielleicht sogar ein wenig um mich bangen ;))<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">H\u00f6chste Zeit, den Rettungsring zu werfen!<\/h4>\n\n\n\n<p>Hoffentlich schnappt sich den nicht der n\u00e4chstbeste Delfin, weil er denkt, ich will nur spielen und lacht seine dreckige Delfin-Meckerlache, w\u00e4hrend der Mann-\u00fcber-Bord hinter ihm verzweifelt mit den Armen wedelt. Warte mal \u2013 \u201eSpielen\u201c trifft es sehr genau (das mit dem Mann, der versucht, sich \u00fcber Wasser zu halten, irgendwie auch, zugegeben\u2026). Ja, ich will nur spielen. Kreativit\u00e4t ist ein Spiel. Und Spielen macht gl\u00fccklich. Oder s\u00fcchtig. Bin ich am Ende nur noch gl\u00fccklich, wenn ich kreativ bin? Na, das w\u00e4re ja was! Es muss nicht mal unbedingt Musik sein, es gibt ja viele sch\u00f6ne Besch\u00e4ftigungen, bei denen es darauf hinausl\u00e4uft, dass man Dinge in die Welt setzt, die da vorher nicht waren. Zu wenigen hat man das Talent\u2026 Beruflich war mein \u201ePlan B\u201c Journalismus, also Schreiben. Dann h\u00e4tte ich halt etwas <em>dar\u00fcber<\/em> lernen m\u00fcssen, anstatt zur Jazzschool und sp\u00e4ter zum Konservatorium zu gehen. Aber so ein Blog als Hobby hat ja auch was. <strong>Kreativ-Junkie!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor einigen Jahren, als wir mit Innersoul anl\u00e4sslich einer Album-Produktion ein Video gedreht haben, hatte ich auch mal eine Foto-Phase und habe w\u00e4hrend der Wartezeiten die komplette Zeppelin-Halle in M\u00fcnchen, wo der Dreh stattfand, samt ihrer sensationellen Graffitis per Smartphone-Kamera dokumentiert. Auch ein Teil meiner Urlaubsfotos schie\u00dft f\u00fcr gew\u00f6hnlich \u00fcbers Ziel hinaus und ich ertappe mich im Till Br\u00f6nner-Modus: Obwohl ich doch eigentlich Musiker bin, ist beim Fotografieren der schn\u00f6de Schnappschuss verp\u00f6nt und es muss zumindest k\u00fcnstlerisch, wenn nicht sogar abstrakt zur Sache gehen. <strong>Kreativ-Junkie!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Soll ich regelm\u00e4\u00dfig einen Newsletter verschicken? Kann ich etwas \u00fcber Design, Layout und Typografie lernen, damit das alles besser aussieht? Bringt mir diese E-Mail-Marketing-Software etwas? Auf welche Art integriere ich ein Tablet sinnvoll in meinen Musiker- und Unterrichts-Alltag? Wie funktioniert ein Popsong, wie schreibt man gute Songtexte, Pressetexte, Prosa? Wie singt man mit freier Stimme? Kann ich mein Booking mit dieser App optimieren? Na, wenn du wissen willst, was hinter dem Hype um Selbstmarketing mit Facebook, Instagram und Co. steckt, musst du es wohl einfach mal eine Zeit lang ausprobieren\u2026 Ist dieses neue<em> <\/em>Notensatzprogramm wirklich besser als der Platzhirsch<em>, <\/em>den auch ich verwende? Hm, dieses Template in meiner Recording-Software hat ja abgefahrene Sounds, Trance\/Techno ist ja eigentlich nicht so mein Ding, wobei, warte mal, wenn ich diesen Groove hier jetzt mit Jazzharmonien kombiniere und dann noch einen deutschen Text dazu erfinde, k\u00f6nnte etwas v\u00f6llig Neues\u2026 hey, geil. <strong>Neugieriger, kleiner Kreativ-Junkie!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tja, f\u00fcr Leute mit entsprechender Charakterstruktur ist es unwiderstehlich, Neues auszuprobieren, zu lernen, sich weiter zu entwickeln \u2013 YEEEAH! Sogar bis \u00fcber das sinnvolle, gesunde Ma\u00df hinaus \u2013 b\u00f6\u00f6\u00f6h. Ja, aber bedeuten unsere Talente nicht auch Verantwortung? Sind wir nicht aufgerufen, zu erkennen, wer wir sind und was in uns steckt? Sollten wir zu Lebzeiten unser Potential denn nicht aussch\u00f6pfen?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht tats\u00e4chlich nicht zu jedem Preis\u2026 <\/p>\n\n\n\n<p>Finden und Erfinden, schon, ja, es kippt nur leicht in Richtung einer etwas krampfhaften Flucht vor dem Stillstand. Vor dem Tod? Das st\u00e4ndige Rumwuseln kostet viel Zeit und Energie. Was kommt davon zur\u00fcck? Die Zeit schon mal nicht. Die Energie? Je nach der den Blickwinkel bestimmenden Tagesform. Denn ich muss gestehen, der Gro\u00dfteil der eigenen Projekte, die ich \u00fcber die Jahre bei mir selbst in Auftrag gegeben habe, ist nicht mehr \u2013 aber eben auch nicht weniger! \u2013 als ein gro\u00dfer Spa\u00df geblieben. Die meisten Menschen (und das Finanzamt!) w\u00fcrden sagen: \u201eein Hobby\u201c, denn f\u00fcr sie steht die pekuni\u00e4re Ebene im Vordergrund. Die aber ist bei K\u00fcnstlern ja traditionell nicht die einzige und (nach Absicherung der Grundbed\u00fcrfnisse), auch nicht die wesentliche. Wie k\u00f6nnte ich etwa auf den verschrobenen Gedanken kommen, mit meinem Output auf diesem Blog, meinen Songs und Texten oder irgend etwas anderem, das ich ohne Auftrag erfunden habe, ausgerechnet in digitalen Zeiten Geld verdienen zu wollen, geschweige denn zu k\u00f6nnen? Ein Musical? Eine Klavierrevue? Diverse Alben? Da muss ein leichter Muskelkater in der Schulter zwischendurch, vom geh\u00e4uften Draufklopfen durch Fans, Familie und Kollegen, reichen; ich sch\u00e4tze ihn und sie sehr! Zudem ist bisher keines dieser Projekte nachhaltig gewesen, hat also irgend etwas wie \u201eden n\u00e4chsten Karriereschritt\u201c bedeutet. Daf\u00fcr gab es immer wieder die erstaunlichsten Gr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz ehrlich? Ohne mein K\u00fcnstler-Gen, ohne Humor und wenn es bei all dem nicht um die geliebte Musik ginge, w\u00e4re ich auf dem besten Weg, ein frustrierter alter Sack zu werden. Doch gl\u00fccklicherweise produzieren Herzensprojekte w\u00e4hrend der Arbeit ausreichend Flow und Freude, um das zu verhindern. Auch bleibt in jedem Fall ein Gewinn an Erkenntnis und Erfahrung. So werde ich \u00e4lter und immer besser, anstatt frustrierter und s\u00e4ckischer. Ich wachse, und das ist definitiv ein Karriereschritt in die richtige Richtung!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Doch es schwindet die Kraft<\/h4>\n\n\n\n<p>\u2026und dem Gang des Lebens folgend, fordert eine ver\u00e4nderte Familiensituation (Mama gestorben, Papa braucht uns), wenn schon nicht den ganzen, so doch mindestens den 3\/4 Volker, statt wie vorher den viertel bis halben. Da frage ich mich, wie es wohl w\u00e4re, wenn die berufliche Energie nicht in tausenderlei kreativ-neugierige Ver\u00e4stelungen flie\u00dft, sondern in einer einzigen gro\u00dfen Ader geb\u00fcndelt ist. (Na gut, kann ich noch verhandeln? Vielleicht zwei?) <strong>Das<\/strong> habe ich noch nie ausprobiert,<strong> das<\/strong> w\u00e4re mal ein f\u00fcr mich ganz neuer, somit subjektiv kreativer Ansatz\u2026 Kann ich das \u00fcberhaupt?<\/p>\n\n\n\n<p>Andere tun sich da leichter, ach, wie ich sie um ihren Fokus beneide! Hier mal ein paar Prototypen, die ich auf meinem Weg kennengelernt habe:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ich bin Jazzmusiker*in, alles nach Thelonious Monk ist mir suspekt. Fuck Fourplay, Vulfpeck, Snarky Puppy und die Yellowjackets. Sobald auf der B\u00fchne eine LED leuchtet, muss es Bullshit sein. Motto: <em>Also, was das Schlagzeug betrifft: \u201eIt don\u2018t mean a thing, unless it\u2018s ding-ding-a-ding\u201c.<\/em><\/li><li>Ich bin Jazzmusiker*in, alles vor Brad Mehldau, E.S.T. und Vijay Iyer ist mir suspekt. Motto: <em>Monk war ein St\u00fcmper!<\/em><\/li><li>Ich bin Pop-\/Rockmusiker*in, f\u00fcr eine Killer-Hookline w\u00fcrde ich meine Gro\u00dfmutter verkaufen. Motto: <em>\u00dcber mehr als 2 Akkorde pro Song, wenn nicht sogar pro Leben, zu improvisieren, ist eine realit\u00e4tsferne Zumutung.<\/em><\/li><li>Ich bin Singer\/Songwriter*in, es leben der Dreiklang, Gitarren-Akkorde bis zur 3. Lage und mein Kapodaster. Es geht ja auch eigentlich nur um den Text, die Musik ist da gar nicht so entscheidend. Motto: <em>Tod den Tensions!<\/em><\/li><li>Ich bin klassische*r Musiker*in, ohne Noten bin ich am Arsch. Ich w\u00fcrde zwar auch gerne einfach mal \u00fcber A-Moll die Sau rauslassen, aber vor lauter Schiss, mich zu blamieren, bitte ich lieber einen Arrangeur, mein Solo f\u00fcr das Crossover-Projekt zu komponieren und f\u00fcr mich aufzuschreiben. Motto: <em>Ja, ja, schon gut, Bach, Mozart, Beethoven: Alles brillante Improvisatoren, aber schon sehr lange tot, was hat es ihnen also gen\u00fctzt?<\/em><\/li><li>Ich bin Musiklehrer*in, meine Kreativit\u00e4t flie\u00dft zu 100% in meinen Unterricht. Selber spiele ich keine Konzerte, das w\u00e4re mir auch viel zu nervenaufreibend. Motto: <em>Mein Klassenvorspiel ist mir Konzert genug<\/em>. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wieder andere sind Filmkomponist*in, Theatermusiker*in, Pop- oder Schlagerstar*in, Metallica-Bassist\u2026,  und machen nichts anderes, und wollen auch nichts anderes, weil sie nichts anderes brauchen und es ihnen ja gut geht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das will ich auch!<\/h4>\n\n\n\n<p>Und es f\u00e4ngt schon an, denn ich k\u00f6nnte 1000 Dinge anschieben \u2013 aber zum Gl\u00fcck fehlt mir jeglicher Impuls. Und, bei Gott, ich habe Hunger! Also her mit der Walnusst\u00fcte, die mit ihren T\u00fctenkollegen vom Lidl (Paran\u00fcsse, Pistazien, Saure Pommes, Erdnuss-Mais-Mix) seit Tagen auf dem Wohnzimmersessel liegt. Eine Platzwahl, die im Falle einer pl\u00f6tzlichen, lebensbedrohenden Hei\u00dfhungerattacke wie dieser, sofortigen Zugriff gew\u00e4hrt. Weshalb ich sie f\u00fcr logistisch brillant halte. Selbst meine Frau hat sich bisher nicht gegenteilig ge\u00e4u\u00dfert, also muss da was dran sein. Ich schaufele mir drei H\u00e4nde voll Waln\u00fcsse in den Mund. So, geht erst mal wieder\u2026 Irgendwie erinnern mich Walnussh\u00e4lften immer an Gehirne, die man fein s\u00e4uberlich Miniatursch\u00e4deln entnommen hat. Ich benutze meines und sage mir: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>1. Nur weil du etwas kannst oder tun k\u00f6nntest, musst du es noch lange nicht machen. <\/p><p>2. Perfektion ist ein Arschloch.<\/p><cite>Unbekannter Komponist des fr\u00fchen 21. Jahrhunderts<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ja, ich werde meinen Kosmos auf das \u00dcberlebensnotwendige zurechtstutzen! Als Projekt. Mal sehen, was alles dran glauben muss\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht noch ein letzter, gro\u00dfer Blogartikel zum Abschied? Ich hab ja neuerdings sonst nichts zu tun. Und au\u00dferdem sind ja\u2026<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u201eFerien<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich tigere in der Wohnung herum, etwas rastlos, etwas ratlos\u2026 \u2026 \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/gallery.mailchimp.com\/a307b9dba9\/images\/0729a6aa-40db-442b-8eb2-e8053ed547b9.png?resize=600%2C338&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\"\/><figcaption><strong>Sei dabei und Teil des Publikums!<\/strong><br>Alles ist vorbereitet: Hinweise zu neuen Artikeln und meinen \u00fcbrigen Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen bequem in deinem E-Mail-Postfach landen \u2013 wenn du meinen release + newsletter abonnierst<strong>.<\/strong><br>Schau dir <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/mailchi.mp\/0ff8347cce71\/release-news-2020-1\" target=\"_blank\">hier<\/a> ein Beispiel an.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n\t<div class=\"wp-block-jetpack-mailchimp\" data-blog-id=\"68966228\">\n\t\t<form\n\t\t\taria-describedby=\"wp-block-jetpack-mailchimp_consent-text\"\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t<p>\n\t\t\t\t<input\n\t\t\t\t\taria-label=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\tplaceholder=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\trequired\n\t\t\t\t\ttitle=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\ttype=\"email\"\n\t\t\t\t\tname=\"email\"\n\t\t\t\t\/>\n\t\t\t<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><button type=\"submit\" class=\"components-button is-button is-primary \" style=\"\">volker giesek | release + news abonnieren<\/button><\/p>\t\t\t<p id=\"wp-block-jetpack-mailchimp_consent-text\">\n\t\t\t\tWenn du &#8220;abonnieren&#8221; klickst, teilst du deine E-Mail-Adresse mit Volker Giesek und Mailchimp. 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Bitte lade die Seite neu und versuche es erneut.\t\t\t<\/div>\n\n\t\t\t<\/div>\n\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ferien Ich tigere in der Wohnung herum, etwas rastlos, etwas ratlos\u2026 Pl\u00f6tzlich ist da diese Melodie, sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie hat mich gefunden oder war schon immer in mir und will genau in diesem Moment heraus. Hach, wie romantisch, ja, wir Komponisten sind schon krass. Einfach so beim Rumtigern: Eine neue Melodie, ein neuer Song, ein neuer Hit! Noch w\u00e4hrend die letzten T\u00f6ne zwischen Neocortex und Frontallappen zerst\u00e4uben, bin ich mir v\u00f6llig im Klaren dar\u00fcber, wie es jetzt weitergehen muss, damit die GEMA mir auch n\u00e4chstes Jahr wieder 6-stellig Tantiemen aussch\u00fcttet. Es braucht lediglich ein Zeichen von mir. Denn sie warten ja alle nur darauf, loszulegen und die Maschinerie f\u00fcr mein n\u00e4chstes gro\u00dfes Ding in Bewegung zu setzen: Label, Management, Studio, Musiker, die Booking-Agentur, Konzertveranstalter, die Video-Produktion, die Sponsoren, die Online-Profis, die meine Social Media-Kan\u00e4le f\u00fcttern. Genau deshalb ist es ja so geil, Musiker zu sein: Diese Inspiration, diese Kreativit\u00e4t, dieser Fokus, diese M\u00fchelosigkeit. Wenn es so w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3697,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[6],"tags":[64,54,44,65,37,67,68,63,62,41],"class_list":["post-3626","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blogartikel","tag-blogger","tag-jazz","tag-musik","tag-musikblog","tag-musiker","tag-musikerleben","tag-musikkarriere","tag-pop","tag-rock","tag-volker-giesek"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.blogaroundsound.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/204F2826-41A9-4117-87A3-1295365E9094.jpeg?fit=1920%2C1440&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Fngw-Wu","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3626"}],"version-history":[{"count":127,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4266,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3626\/revisions\/4266"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}