{"id":3915,"date":"2020-01-01T10:32:52","date_gmt":"2020-01-01T09:32:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=3915"},"modified":"2024-04-03T18:15:17","modified_gmt":"2024-04-03T16:15:17","slug":"text-jazz-mit-marius","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=3915","title":{"rendered":"Text-Jazz mit Marius"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Tja, das hat nicht geklappt \u2013 eigentlich wollte ich eine Einf\u00fchrung zur neuerlichen Pr\u00e4sentation des &#8220;Tonbilder&#8221;-Projektes von 2010 schreiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aber meine Gedanken haben mich davongetragen,<\/em> <em>die Assoziations-Kette war kaum zu stoppen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nun ist es eher eine textliche Jazz-Improvisation geworden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Slalom hat richtig Spa\u00df gemacht beim Schreiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wie ist das beim Lesen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Marius M\u00fcller-Westernhagen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>ist wieder da. Mit der Neueinspielung seines 1978er Albums &#8220;Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz&#8221;. Die hat er sympathisch bescheiden &#8220;Das Pfefferminz-Experiment&#8221; genannt. Das ist geschickt, er l\u00e4sst die Dinge in der Schwebe und eine Hintert\u00fcr offen. Ein Experiment darf auch misslingen. Womit ich nicht sagen will, dass es misslungen <em>ist<\/em>. Das muss schon jeder f\u00fcr sich selber herausfinden. Auch Marius.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das Album zu promoten, gibt er nat\u00fcrlich Konzerte, ist <em>zur\u00fcck<\/em> a<em>uf der Strasse<\/em>, wie es im Song &#8220;Mit 18&#8221; hei\u00dft. <\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\"><strong>Ich m\u00f6chte zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe<\/strong><br>M\u00f6chte wieder singen, nicht sch\u00f6n sondern geil und laut<br>Denn Gold findet man bekanntlich im Dreck<br>Und Stra\u00dfen sind aus Dreck gebaut<\/pre>\n\n\n\n<p>Hm, da muss ich stutzen. W\u00e4re er, wie seine Vorbilder, in Amerika geboren, w\u00fcrde er als Musiker einfach, und einigerma\u00dfen cool, gerne wieder <em>back on the road<\/em> sein. Dagegen klingt <em>ich will zur\u00fcck auf die Strasse<\/em> f\u00fcr uns Deutsch-Sprachler eher so, als w\u00e4re Herrn Westernhagen pl\u00f6tzlich die Mietwohnung doch zu eng.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOk, ich habe es probiert, aber das mit der festen Adresse ist was f\u00fcr Spie\u00dfer, einfach nicht mein Ding. Wieviel sch\u00f6ner war es da doch ohne festen Wohnsitz, zumal f\u00fcr echte, unz\u00e4hmbare Rocker wie mich. <em>Ich m\u00f6chte zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe!<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Obdachlos zwischen den Stadiontourneen, <em>like a rolling stone<\/em> \u2013 da m\u00fcsste man sich dann Sorgen machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es ist ja zum Gl\u00fcck anders gemeint. Diese Gewissheit durchstr\u00f6mt uns warm wie Leberk\u00e4s und wir sind beruhigt. Zudem stehen die Chancen nicht schlecht, dass MMW damals, nach seinem Durchbruch mit dem &#8220;Pfefferminz&#8221;-Album, gleich als erstes daf\u00fcr gesorgt hat, dass er fortan nie mehr zur Miete wohnen muss. Und wenn er es doch mal tut, dann h\u00f6chstens nur so zum Spa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Marius ist schon in Ordnung, er sagt gute Dinge in Interviews. Auch hat er seinen Echo zur\u00fcckgegeben, nachdem dieser Musikpreis 2018 den Rappern Kollegah<em> <\/em>und Farid Bang verliehen wurde, in deren stammhirn- und marketing-gesteuertem Weltbild es offensichtlich in Ordnung geht, sich f\u00fcr die Credibility im Reptiliengehege mit frauenfeindlichen, homophoben und antisemitischen Texten dicke zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem diesbez\u00fcglichen Statement auf seiner Homepage (dort auf der Startseite etwas laid back unter \u201eAktuell\u201c zu finden) zeigt Marius M\u00fcller-Westernhagen auf jeden Fall R\u00fcckgrat und ein Herz am richtigen Fleck!<\/p>\n\n\n\n<p>Fun Fact am Rande: Kollegah hei\u00dft mit b\u00fcrgerlichem Namen<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Felix Blume<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ist das nicht der Hammer und einfach wundersch\u00f6n?! Da finde ich es direkt schade, dass er sich f\u00fcr einen K\u00fcnstlernamen entschieden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und unn\u00f6tig obendrein: Felix bedeutet \u201eder Gl\u00fcckliche\u201c, und auch einer wie Kollegah ist doch bestimmt mal gl\u00fccklich. Zum Beispiel beim Lesen seiner GEMA-Abrechnung oder wenn ein Schwuler mal so richtig auf die Fresse kriegt. Sogar eine passende Blume gibt es, die <em>Titanenwurz<\/em>. Das m\u00fcsste doch Musik in seinen Ohren sein, da w\u00e4ren er und sein Ego bestimmt sofort mit einverstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die \u00fcbrigen Key Features der Pflanze passen wie Kollegahs Faust aufs Schwuchtelauge: Die <em>Titanenwurz<\/em> stinkt n\u00e4mlich erstens wie die Pest nach Aas und zweitens w\u00fcrde sogar ihr lateinischer Name jedem knallharten, kompromisslos Muskelmasse, T\u00f6towierungstinte und Bling Bling an, in und auf seinem K\u00f6rper anh\u00e4ufenden Gangsta-Rapper gerecht: <em>Amorphophallus titanum<\/em> hei\u00dft<em> <\/em>\u00fcbersetzt \u201eUnf\u00f6rmiger Riesenpenis\u201c \u2013 besser h\u00e4tte ich es nicht ausdr\u00fccken k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<p>Schade, dass Kollegah es nicht wenigstens mal als <em>Felix Blume<\/em> versucht hat. W\u00e4re er damit im Gangsta-Fach gescheitert, h\u00e4tte er immer noch umsatteln k\u00f6nnen auf \u201eBelatzhoster Erkl\u00e4rb\u00e4r im Kinder-TV\u201c, beim Fernsehen sind sie immer auf der Suche nach guten Leuten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie mit <em>Ich will zur\u00fcck auf die Strasse<\/em> geht es mir \u00fcbrigens mit dem Motto der<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Esso Tankstellen-Shops<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Das hei\u00dft <em>On The Run<\/em> und damit selten d\u00e4mlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben, <em>to eat on the run<\/em> bedeutet soviel wie <em>unterwegs essen<\/em>, aber das, liebe Freundinnen und Freunde, ist der 22. (!) Eintrag im W\u00f6rterbuch \u2013 ich habe gerade nachgez\u00e4hlt. Alles davor bezieht sich auf jenes, was wohl bei jedem Durchschnitts-Teutonen der erste Reflex f\u00fcr <em>on the run<\/em> ist, n\u00e4mlich, dass das <em>auf der Flucht<\/em> hei\u00dft!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Esso On the Run<\/em> \u2013 wo Fat Tony Cottero, Narben-Freddie und Jimmy das Wiesel es sich am Bockwurstw\u00e4rmer gem\u00fctlich machen, denn die Polizei hat Hausverbot.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieviele hochbezahlte Marketing-Honks haben das verbockt, indem sie die amerikanische Wendung einfach f\u00fcr Deutschland verwurstet und nichts gemerkt haben; muss man sich denn um alles k\u00fcmmern?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht liegt das mit meinem &#8220;Flucht-Reflex&#8221; aber auch zus\u00e4tzlich noch an den Lyrics zum 1979er Song &#8220;Ride Like The Wind&#8221; von<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Christopher Cross<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">It is the night<br>My body's weak<br><strong>I'm on the runnnnnn ;)<\/strong><br>No time to sleep<\/pre>\n\n\n\n<p>Das Album mit diesem Song geh\u00f6rt zu jenen Schallplatten (jawohl, Schallplatten!), die wir in unserer Clique damals rauf und runter geh\u00f6rt haben. Und dann noch mal quer. <\/p>\n\n\n\n<p>Kein Wunder, bei einer Handvoll <em>Nerds<\/em>, die sich bis ins Koma begeistern konnten f\u00fcr Musik, aber auch alles, was mit Musik zu tun hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Da f\u00e4llt mir auf, das Wort <em>Nerd<\/em> ist schon wieder so ein Fall, scheint es mir doch nur unzureichend \u00fcbersetzt mit <em>Streber, Sonderling, Fachidiot, T\u00fcftler, Au\u00dfenseiter<\/em>, wie es mein W\u00f6rterbuch vorschl\u00e4gt. M\u00fcsste nicht noch etwas Positiv-Anerkennendes bis Verschroben-Sympathisches mitschwingen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei, jedenfalls haben wir Streber, Sonderlinge, Fachidioten, T\u00fcftler, Au\u00dfenseiter (und ich schw\u00f6re, jeder einzelne von uns war all das <em>gleichzeitig<\/em> ;)) neue Ver\u00f6ffentlichungen der <em>Crusaders<\/em>, von <em>Steely Dan<\/em>, Stevie Wonder,<em> <\/em>Al Jarreau oder Randy Crawford (um nur einige zu nennen) nach allen Regeln der Kunst abgefeiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Was meistens hie\u00df: Licht aus, Kerze an, Whiskey Cola rein, Eltern raus. Dann Musik sch\u00f6n laut und alles geil finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es waren selige Momente\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir derart aufmerksam lauschten, war da nicht nur Musik, sondern mit ihr die Gewissheit, dass eine Welt, die solches hervorbringt, weder komplett verloren noch von Grund auf schlecht sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine Messe.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die an den Werken beteiligten (Studio-) Musiker unsere heiligen Helden. Wir waren begeistert von ihren songpr\u00e4genden Einspielungen, von erstklassigem kommerziellen Songwriting, magischen Hooks, Ohrwurm-Melodien, Lyrics, die den Namen auch verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obendrein war all das auch noch umgesetzt in einer blitzsauberen, nat\u00fcrlich amerikanischen (das war 1979 ja so was von klar!) Produktion, bei der Geld offensichtlich keine Rolle gespielt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Gesamtpaket war f\u00fcr uns<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutschl\u00e4nder Musikw\u00fcrstchen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>so unwiderstehlich wie eine eiskalte Cola samt Chio Chips &#8220;ungarisch&#8221; im Freibad.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der interessantesten Lekt\u00fcren waren f\u00fcr mich damals immer die Besetzungsangaben der einzelnen Titel, meist auf der Innenh\u00fclle zu finden, also auf der Schutzh\u00fclle, die man aus dem Plattencover rechts seitlich herausgezogen hat und in welcher dann erst die eigentliche Schallplatte verborgen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, liebe nachfolgende Generationen, es war eine Platz und Rohstoffe verschwendende Zeit. Beides ging in nicht unerheblichem Ma\u00dfe durch uns drauf. F\u00fcr endlose Schallplattenregale und die Platten selber, ihre Cover samt Innenh\u00fcllen sowie deren Bedruck.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand ist ohne Schuld. Aber wir waren schwach und wurden verf\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Schlug doch das \u201eUnboxing\u201c einer neuen Schallplatte jenes jedes sp\u00e4teren Smartphones dramaturgisch um L\u00e4ngen. Denn dort in der Innenh\u00fclle endlich schlummerte sie. Sorgf\u00e4ltig und aus einem St\u00fcck gefertigt aus gl\u00e4nzendem, tiefschwarzem Vinyl. Schon rein optisch die pure Verhei\u00dfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und eine grafische dazu, man konnte n\u00e4mlich deutlich erkennen, wo sich die Spur (der <em>Track<\/em>) f\u00fcr die Stille zwischen den Titeln weitete. Ja, tats\u00e4chlich, man konnte Songs und Stille nicht nur h\u00f6ren, sondern auch <em>sehen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt bestand das Gesamtkonzept \u201eLP\u201c aus weit mehr als nur Klang. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor meinem geistigen Auge erscheint zum Beispiel der brennende Typ, der dem anderen wie zur Begr\u00fc\u00dfung die Hand reicht, obwohl es unter diesen Umst\u00e4nden wohl eher zum Abschied f\u00fcr immer sein d\u00fcrfte\u2026 Ja, das Cover von <em>Pink<\/em> <em>Floyds<\/em> \u201eWish You Were Here\u201c ist unausl\u00f6schlich in meinem Hirn, nun ja, eingebrannt. Man bedenke: In einer Welt<em> <\/em>ohne Photoshop haben die da wirklich einen Stuntman angez\u00fcndet (OMG!) \u2013 und sich danach hoffentlich mit dem Knipsen beeilt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Beruhigung der j\u00fcngeren  Leser: Der Mann hatte ganz, ganz dicke Spezial-Feuerschluck-Unterw\u00e4sche an. Das hat nur so gruselig <em>ausgesehen<\/em>, in echt ist dem gar nichts passiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Genauso klar und deutlich erinnere ich mich an die abgefahrenen Phantasiewelten von Roger Dean, die eine Zeit lang den Alben der britischen Art-Rock-Band <em>Yes<\/em> ihren optischen Stempel aufgedr\u00fcckt haben. Siehst du, ich kann mich sogar noch an den Namen des <em>Grafikers<\/em> erinnern, und habe ihn nicht gegoogelt, wow!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gute alte Cover Art, du wei\u00dft ja gar nicht, wie sehr ich dich vermisse!<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>So viel d\u00fcrfte jeder von Lernpsychologie verstehen: Mehrere an der Wahrnehmung beteiligte Sinne bedeuten nicht nur ein intensiveres <em>momentanes<\/em> Erlebnis, sondern auch bessere Verankerung der so pr\u00e4sentierten Inhalte im Langzeitged\u00e4chtnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kam zum H\u00f6ren und Sehen ja sogar noch der Tastsinn hinzu!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann jedenfalls noch genau sp\u00fcren, wie die Kante der LP sich in den Handballen meiner linken Hand dr\u00fcckt, w\u00e4hrend die Mittelfingerspitze die Schallplatte auf dem Label der dem Boden zugewandten Seite stabilisiert. Alles, damit ich mit der rechten Hand und dem obligatorischen <em>Antistatiktuch<\/em> versuchen kann, der ja doch immerhin <em>diamantenen<\/em> Nadel des Tonabnehmers vor dem Erreichen des gelobten Randes, also der Einlaufrille, den unw\u00fcrdigen Abstieg durch eine Schicht hanseatischen Hausstaubs samt zugeh\u00f6riger Milben zu ersparen.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendeine Wendung, in der etwas wie \u201eMusik begreifend erfahren&#8221; vorkommt, kl\u00e4nge jetzt sch\u00f6n und schlau, aber leider auch nach akademischem Aushilfs-Giesek, lassen wir das also lieber weg \u2013 oh, zu sp\u00e4t, da steht es schon, \u00fcrgh\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Tja, H\u00f6ren, Sehen, F\u00fchlen. F\u00fcr eine ganz kurze Zeit waren sie alle mit dem Musikerlebnis im privaten Rahmen verbunden \u2013 und im Urkontinent Pang\u00e4a S\u00fcdamerika mit Afrika!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich damit wird Musik als Stream oder Download buchst\u00e4blich eindimensional pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich frage mich manchmal, ob es unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Musik-Ikonen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>geben wird, ja \u00fcberhaupt geben kann. Falls ich mir dann antworte, wage ich es zu bezweifeln. Denn wenn ich Musik-Ikone sage, meine ich nicht <em>bekannt<\/em> oder <em>reich<\/em> durch Musik. Nein, ich spreche von einem Platz im kollektiven Bewusstsein des musikinteressierten und -begeisterten Teils der Menschheit. Von einer Art musikalischem Weltkulturerbe. Wie Mozart, Beethoven, Schumann \u2013 nur ohne hochsubventionierten Kulturbetrieb, der (zurecht) daf\u00fcr sorgt, dass die Jungs schon keiner vergessen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Test f\u00fcr alle Baby Boomer (geboren zwischen 1955 und 1969): Was passiert in deinem Hirn, wenn du h\u00f6rst: Abbey Road; Sgt. Pepper; Revolver (alle<em>The Beatles<\/em>) \u2013 erklingt in dir Musik oder siehst du den Zebrastreifen mit den 4 Beatles im Gleichschritt darauf; die Beatles in ihren bunten Phantasieuniformen vor der Wimmel-Collage; die schwarzwei\u00dfe Zeichnung der Beatles-K\u00f6pfe von Klaus Voormann? The Dark Side Of The Moon (<em>Pink Floyd<\/em>) \u2013 da ist das dreieckige Prisma vor dem schwarzen Hintergrund, richtig? Vielleicht geht ja sogar noch Nevermind (<em>Nirvana<\/em>) \u2013 das unter Wasser schwebende Baby und der Geldschein, genau!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie aber soll man ohne Ikonographisches zur Ikone werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei gibt es heutzutage so viele Bilder im Zusammenhang mit Musik wie niemals zuvor \u2013 in Form von Videos.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu viele.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ikonographische Musikvideos<\/em>? Mir fallen da spontan Michael Jacksons \u201eThriller\u201c-Video und das zu \u201eSledgehammer\u201c von Peter Gabriel ein. Ach herrje, beide K\u00fcnstler tief verwurzelt in der Analogen \u00c4ra. Kein Wunder, ich ja auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Videos, welche ikonographischen Bilder, welches K\u00f6rpergef\u00fchl kennt jeder Millenial, also jeder zwischen 1981 und 1995 geborene, im Zusammenhang mit Musik? Und welche kennen alle, wirklich alle Angeh\u00f6rigen der nach 1995 geborenen <em>Generation Z<\/em>?<\/p>\n\n\n\n<p>Traut euch und schreibt es mir, bedenkt allerdings: K\u00f6rpergef\u00fchle infolge der Einnahme quietschbunter Pillen im Darkroom des <em>Berghain<\/em> z\u00e4hlen nicht ;))!<\/p>\n\n\n\n<p>Marius M\u00fcller Westernhagen also. Der war nie so mein Ding, musikalisch. Und textlich eigentlich auch nicht\u2026 Oh weh, da wird es dann eng, oder? Es k\u00f6nnte gut sein, dass auch ich nicht <em>sein<\/em> Ding bin, musikalisch und textlich. Hm, was machen wir jetzt? <\/p>\n\n\n\n<p>Am besten nichts weiter.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/gallery.mailchimp.com\/a307b9dba9\/images\/0729a6aa-40db-442b-8eb2-e8053ed547b9.png?resize=600%2C338&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\"\/><figcaption><strong>Sei dabei und Teil des Publikums!<\/strong><br>Alles ist vorbereitet: Hinweise zu neuen Artikeln und meinen \u00fcbrigen Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen bequem in deinem E-Mail-Postfach landen \u2013 wenn du meinen release + newsletter abonnierst<strong>.<\/strong><br>Schau dir <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (opens in a new tab)\" href=\"https:\/\/mailchi.mp\/0ff8347cce71\/release-news-2020-1\" target=\"_blank\">hier<\/a> ein Beispiel an.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n\t<div class=\"wp-block-jetpack-mailchimp\" data-blog-id=\"68966228\">\n\t\t<form\n\t\t\taria-describedby=\"wp-block-jetpack-mailchimp_consent-text\"\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t<p>\n\t\t\t\t<input\n\t\t\t\t\taria-label=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\tplaceholder=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\trequired\n\t\t\t\t\ttitle=\"E-Mail-Adresse eingeben\"\n\t\t\t\t\ttype=\"email\"\n\t\t\t\t\tname=\"email\"\n\t\t\t\t\/>\n\t\t\t<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><button type=\"submit\" class=\"components-button is-button is-primary \" style=\"\">volker giesek | release + news abonnieren<\/button><\/p>\t\t\t<p id=\"wp-block-jetpack-mailchimp_consent-text\">\n\t\t\t\tWenn du &#8220;abonnieren&#8221; klickst, teilst du deine E-Mail-Adresse mit Volker Giesek und Mailchimp. 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