{"id":4603,"date":"2021-05-22T07:35:00","date_gmt":"2021-05-22T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=4603"},"modified":"2021-05-25T22:30:42","modified_gmt":"2021-05-25T20:30:42","slug":"zuhoeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?p=4603","title":{"rendered":"Lauschen"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum Vatertag hat mir mein Sohn Manuel (wo ich dies schreibe ist er 21 und studiert an der <em>Hochschule der Medien<\/em> in Stuttgart) etwas geschenkt, mit dem ich nicht gerechnet hatte:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Wiederentdeckung des Zuh\u00f6rens.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie beginnt damit, dass ich Musik von ihm bekomme. Nein, keine peinliche Schmeichel-Hymne auf Super-Dad (sei sie auch noch so gerechtfertigt).<\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr erreicht mich per romantischer WhatsApp-Nachricht eine Datei mit dem Titel &#8220;Musikempfehlungen_Papa.pdf&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu schreibt Manuel (Emojis wurden aus dem Autographen \u00fcbernommen, auf <em>Blog Around Sound<\/em> wird korrekt zitiert!): &#8220;\u2026anl\u00e4sslich des Vatertags habe ich dir eine winzige Musik-Empfehlung zusammen gestellt. Vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen! \ud83d\ude01&#8221; <\/p>\n\n\n\n<p>Dann folgt etwas sehr Sch\u00f6nes, aber Privates, gefolgt von dem Hinweis &#8220;Ein Klick aufs Album-Cover bringt dich direkt zu Spotify! :)&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Yeah, Leute, das ist der Teil der Digitalisierung, den ich liebe!<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Geschenk ist also ein<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Musik-PDF<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich bin gespannt wie die zwei Oktaven zu hoch gestimmten Saiten meiner Bassukulele, also lade ich die Datei herunter, \u00f6ffne sie und\u2026 freue mich, samt Mini-Wow:<\/p>\n\n\n\n<p>Auf tiefschwarzem Hintergrund leuchten mir, in Links-Rechts-Anordnung, drei Albumcover entgegen. Dar\u00fcber jeweils in Wei\u00df K\u00fcnstlername und Albumtitel. Das ist schon mal rein optisch ein Genuss. Neben jedem Cover steht eine kurze Einf\u00fchrung zur Musik mit weiterf\u00fchrenden Links, warum mein Sohn diese Musik mag und \u2013 besonders sch\u00f6n \u2013 welchen Platz das Album in seinem Leben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Vatertags-Geschenk ist das ein voller Erfolg. Ich f\u00fchle mich geehrt und auch ein wenig geschmeichelt, dass er das f\u00fcr mich tut, die Zeit investiert und mich teilhaben l\u00e4sst. Gl\u00e4nzend die Idee \u2013 gl\u00e4nzend Vaters Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann denke ich nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Es \u00e4ndert nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lese noch einmal den Begleittext zum ersten Album. Es hei\u00dft &#8220;Alpe Lusia&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Moment schickt Manuel einen weiteren Link, durch den ich erfahre, dass das Album zu gro\u00dfen Teilen auf einer Alm aufgenommen wurde. Aha, daher der Name, coole Idee. Es ist von dem mir bis dato unbekannten K\u00fcnstler <em>Stimming<\/em>. Manuel schreibt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8220;&#8230;eigentlich wahrscheinlich so gar nicht deine Musikrichtung, aber vielleicht kannst du ja trotzdem etwas daraus ziehen.<\/p><p>Ich mag das Album jedenfalls super gerne und ich finde es funktioniert gut als Ganzes!<\/p><p>Falls du keine Lust auf das gesamte Album hast, w\u00fcrde ich dir auf jeden Fall die Tracks<br>\u201eTanz f\u00fcr Drei\u201c und \u201eSaibot\u201c empfehlen!&#8221;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auf diese Art macht man mich nat\u00fcrlich maximal neugierig auf die Tracks \u2013 Achtung, Spoiler! \u2013 &#8220;Tanz f\u00fcr Drei&#8221; und &#8220;Saibot&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Also dann, &#8220;Tanz f\u00fcr Drei&#8221;, Trackl\u00e4nge 8:55, das ist schon mal ordentliches 1970er-Jahre-Art-Rock-Niveau! Schnell noch ein technischer Check-up:<\/p>\n\n\n\n<p>Alles klar, der Volumenregler befindet sich weit jenseits von Gut und B\u00f6se, immerhin ist heute Vatertag und hier braucht ein Vater dringend die Extraportion Dezibel f\u00fcr eine Evaluation der Musikempfehlungen seines Sohnes. Wer w\u00fcrde da schon den ersten Stein werfen? Und wo sollte er ihn \u00fcberhaupt her bekommen? Oder sie. Nat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich dr\u00fccke auf &#8220;Play&#8221;, der Geist ist offen, die Augen geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es beginnt<\/h3>\n\n\n\n[0:00] Ein \u2013 auf einem Holztisch? \u2013 mit den H\u00e4nden getrommeltes zweitaktiges Rhythmus-Pattern etabliert sich. Etwas Hochfrequentes, Schellenringartiges markiert die Offbeats. Das klingt wie ohne gr\u00f6\u00dfere technische Verrenkungen auf der Alm aufgenommen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich den K\u00fcnstler, wie er, vor sich Laptop, Audio-Interface und Mikro, am rustikalen K\u00fcchentisch sitzt und dieses Pattern findet. Sch\u00f6n, dabei zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegens\u00e4tze und Integration sind immer spannend. Ich beginne zu l\u00e4cheln. Als ich merke, dass das Getrommel groovt, gleich noch ein bisschen mehr :)).<\/p>\n\n\n\n[0:15] Schon nach wenigen Durchg\u00e4ngen wird die handgemachte, akustische Version des Patterns \u00fcbergeblendet in ihren Zwilling aus elektronischen Sounds.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Taktart mache ich mir noch keine Gedanken, ich schwimme einfach mit dem Flow. (Sp\u00e4ter, w\u00e4hrend der Analyse f\u00fcr den Blogartikel, von dem ich jetzt noch nichts ahne, werde ich feststellen, dass es sich beim Kickdrum-Pattern um ein raffiniertes Konstrukt aus abwechselnd 4\/4-, 3\/4-, 4\/4- und 5\/4-Takt handelt, insgesamt also 16 Viertel, die gleiche L\u00e4nge, wie sie schn\u00f6de vier 4\/4-Takte h\u00e4tten. Das Komplexe im Einfachen, Chapeau!)<\/p>\n\n\n\n<p>So pulsiert das Ganze eine Weile vor sich hin.<\/p>\n\n\n\n<p>P\u00fcnktlich meldet sich mein alter Wegbegleiter, das zwischen Frustgrau und Neidgelb changierende Ego-Teufelchen, zu Wort. Es hockt auf seinem Stammplatz, meiner linken Schulter, und l\u00e4sst die Beine baumeln. Von dort hat es den perfekten \u00dcberblick \u00fcber alles, was mir begegnet. Auf seinen H\u00f6rnern aufgespie\u00dft hat es eine Jazzharmonielehre, so dick wie die Erstausgabe der Lutherbibel (ich meine, aus den Augenwinkeln den Untertitel &#8220;\u2026und wozu braucht man das alles?&#8221; zu erkennen), des weiteren das Gesamtwerk Ravels sowie ein Kompendium mit Transkriptionen s\u00e4mtlicher Melodien von Paul McCartney, Paul Simon und Sting. Das Gewicht muss fast erdr\u00fcckend f\u00fcr das arme kleine Wesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Ok, unn-kss, unn-kss, unn-kss, unn-kss\u2026 das kennen wir jetzt, kommt da noch was anderes?&#8221;, fl\u00f6tet Belzeb\u00fcbchen mit leicht hochgezogener Augenbraue. Dazu l\u00e4sst es fragend seinen roten Dreizack kreisen. Er hat die Gr\u00f6\u00dfe einer Pommesgabel.<\/p>\n\n\n\n[1:49]  Die Frage steht den Bruchteil einer Sekunde regungslos im Raum, als uns pl\u00f6tzlich eine kurz aufflackernde Kombination aus Klavier und synthbrass-artiger Fl\u00e4che anf\u00e4llt, die sich unerwartet schnell wieder zur\u00fcckzieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Genauso wie Teufelchen, das Arsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dieser Sound so schnell ausklingt, empfinde ich spontan als unorganisch, aber spannend, es dr\u00fcckt gegen meine H\u00f6rgewohnheiten, klingt daher frisch, und das tut gut!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrig bleibt ein Ausklang, der an verwaiste Obert\u00f6ne erinnert. Augenblicklich verkr\u00fcmelt sich der treibende Groove frequenz-beschnitten in die zweite Reihe. Im Vordergrund stehen jetzt dazu kontrastierende, trockene Akkord-Tupfer von Synth und Klavier. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weg mit den Filtern!<\/h3>\n\n\n\n<p>Freiheit f\u00fcr das Kaffeepulver!<\/p>\n\n\n\n[2:38] Der Rhythmus dr\u00e4ngt wieder nach vorne.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man aufmerksam zuh\u00f6rt, ist hier viel Neues zu entdecken: Es glitzert, knarzt, pocht und puckert immer wieder subtil zwischen <em>Four on the Floor<\/em>-Groove, akkordischen Sound-Blasen und Klavier-K\u00fcrzeln in Slow-Mo.<\/p>\n\n\n\n[4:32] Dann zieht sich der Beat komplett zur\u00fcck und der Flow g\u00f6nnt sich und mir eine Pause. \u00dcbrig bleiben kristallklare Klaviermotive, Synth-Einw\u00fcrfe und massiv mit dem Equalizer bearbeitete, gelegentliche Groove-Fragmente.<\/p>\n\n\n\n[5:11] Ich warte auf etwas Durchg\u00e4ngiges \u2013 und bekomme es: Ein elektronisches Ride-Becken mit Offbeat-Akzenten; dazu setzt ein Klavierlauf mit Sustain-Pedal an, immer schneller, immer weiter abw\u00e4rts. <\/p>\n\n\n\n[5:20] Und dann \u2013 Boom! \u2013 sind mit einem Schlag alle meine  Bekannten zur\u00fcck. Wir feiern das Wiederh\u00f6ren. Das Klavier bringt sogar neue Melodien mit zur Party. Konkreter und bewegter als zuvor, aber immer noch maximal entspannt \u00fcber dem treibenden Beat. Dieses Mal haben die Motive sogar Ohrwurm-Potenzial, es sind regelrechte <em>Catchy Hooks<\/em> (Angler wissen, wovon ich spreche). Die Harmonik hat ein paar Jazzakkorde dabei. Mmh, lecker!<\/p>\n\n\n\n[7:16] Ein f\u00fcnft\u00f6niges Klaviermotiv ger\u00e4t in den Fokus, will nicht gehen und wird schlie\u00dflich, nachdem die Kick-Drum ausgesetzt hat, von einem weichen Synth-Pad-Sound \u00fcbernommen. W\u00e4hrend der Rest-Groove sich zur\u00fcckzieht und immer mehr verblasst, wird allm\u00e4hlich eine Klang-Atmo h\u00f6rbar und immer lauter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Synthbrass-Sound w\u00e4chst noch einmal aus dem Boden, wischt alle Reste vom Tisch und l\u00e4sst mich allein mit der Atmo.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie klingt kalt. Sind da Stimmen? Eine Anmutung wie Wind, schlie\u00dflich verhallt eine letzte, in ewiger Wiederholung gefangene Pulsation\u2026 dann Stille.<\/p>\n\n\n\n[8:55] Ein wenig ersch\u00f6pft dr\u00fccke ich die Pause-Taste.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Ich \u00f6ffne die Augen. Soeben wurde mein Horizont erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Tripp f\u00fcr Klang-Gourmets in vollendeter Dramaturgie.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann denke ich nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Mal \u00e4ndert es einiges.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuche mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal in meiner Freizeit Musik wirklich <em>zugeh\u00f6rt<\/em> habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht schummeln, Volker: Mit angemessener Geisteshaltung und ohne Ablenkung zu-ge-h\u00f6rt!<\/p>\n\n\n\n<p>Also<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>nicht beim Autofahren<\/li><li>nicht beim Kochen<\/li><li>nicht beim Joggen<\/li><li>nicht beim Essen<\/li><li>nicht beim Sex<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>nicht skippen<\/li><li>nicht stoppen<\/li><li>nicht quatschen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>aufmerksam<\/li><li>neidlos<\/li><li>furchtlos<\/li><li>liebevoll<\/li><li>zugewandt<\/li><li>offen<\/li><li>frei<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>kein Ego<\/li><li>keine Vergleiche<\/li><li>keine Vorurteile<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>aushalten<\/li><li>wahrnehmen<\/li><li>verfolgen<\/li><li>lauschen<\/li><li>einlassen<\/li><li>eintauchen<\/li><li>entdecken<\/li><li>verzeihen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Neugier<\/li><li>Flow<\/li><li>Gl\u00fcck<\/li><li>Ewigkeit<br><br>Amen.<br><br>Arschtritt f\u00fcr Teufelchen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Wahrheit ist ersch\u00fctternd und peinlich. F\u00fcr einen Musiker ober-peinlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrheit ist: Ich kann mich nicht erinnern!<\/p>\n\n\n\n<p>Das k\u00f6nnte an jenem Teil der Digitalisierung liegen, den ich noch nicht reflektiert genug zu nutzen gelernt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Welchen Herausforderungen wir alle in dieser Hinsicht gegen\u00fcber stehen, ist sch\u00f6n am Beispiel meiner aktuellen Spotify-Startseite zu erkennen. Hinter jedem der folgenden Stichworte warten zwischen 5 und weit \u00fcber 100 Alben \/ EPs \/ Singles \/ Podcasts auf meine Entscheidung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&#8220;Zuletzt geh\u00f6rt&#8221;<\/li><li>&#8220;Release  Radar&#8221;<\/li><li>&#8220;F\u00fcr Volker Giesek&#8221;<\/li><li>&#8220;Bei H\u00f6rern von <em>Alpe <\/em><i>Lusia<\/i> beliebt&#8221;<\/li><li>&#8220;Mehr wie <em>Stimming<\/em>&#8220;<\/li><li>&#8220;Mehr wie <em>Marillion&#8221;<\/em><\/li><li>&#8220;\u00c4hnlich wie Matthias Bublath&#8221;<\/li><li>&#8220;Mehr wie Matthias Bublath&#8221;<\/li><li>&#8220;Basierend auf deinem H\u00f6rverlauf&#8221;<\/li><li>&#8220;Bleib auf dem Laufenden&#8221;<\/li><li>&#8220;Shows f\u00fcr Musikliebhaber*innen&#8221;<\/li><li>&#8220;Paul McCartney&#8221;<\/li><li>&#8220;John Lennon&#8221;<\/li><li>&#8220;Wieder reinh\u00f6ren&#8221;<\/li><li>&#8220;Pop aus dem Jahr 1983&#8221;<\/li><li>&#8220;Best ofs von K\u00fcnstler*innen&#8221;<\/li><li>&#8220;Nur f\u00fcr dich&#8221;<\/li><li>&#8220;Empfohlene Alben&#8221;<\/li><li>noch mehr Playlists<\/li><li>noch mehr Podcast-Empfehlungen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Hab ich was vergessen? Bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine typische, unbewusste Listening-Session entwickelt sich dann allzu oft auf folgende, tragische Weise:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Algorithmus leistet ganze Arbeit, ich m\u00f6chte am liebsten gleich zehn Sachen auf einmal h\u00f6ren. Ok, irgendwo muss ich anfangen, dann klicke ich mal hier drauf, so, naja, das Intro zieht sich aber, komm schon, ich will keine Intros, ich will <em>Songs<\/em> h\u00f6ren, also Verlaufsbalken 30 Sekunden nach vorne, na bitte, da sind wir ja schon mitten im Chorus\u2026 hm, ganz nett, aber das kann unm\u00f6glich der st\u00e4rkste Song auf dem Album sein, das kann ich auch und sie muss es besser k\u00f6nnen, hat ja schlie\u00dflich eine Viertelmillionen Follower und ich nur 17, dann mal skippen\u2026 skippie-ya-ya, skippie-yippie-\u2026, och-b\u00f6h, das kenne ich ja schon, also gut, dann noch eins weiter\u2026 hey, ist das nicht der gleiche Synth-Sound wie auf dieser einen Nummer von\u2026 mal eben ins Suchfeld eintippen, so, da haben wir es ja schon\u2026 na gut, klingt doch etwas anders bei denen, gibt&#8217;s die eigentlich noch, haben die was Aktuelles am Start?, mal ihr Profil checken, oha, guck mal, da unten ist ein Solo-Album ihres Keyboarders vorgeschlagen, wusste gar nicht, dass der auch was solo macht\u2026, ach so, nur ne Single\u2026 mannomann und frauofrau, dann nochmal zur\u00fcck\u2026, oder, ach, wei\u00dft du was?, ich glaub, ich hab inzwischen eh mehr Bock auf Podcasts, True Crime oder so, da war doch dieses geile Coverbild bei den Empfehlungen auf der Startseite vorhin\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Reicht, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ausschnitt einer sich im echten Leben viel l\u00e4nger hinziehenden Realsatire.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gibt es auch noch YouTube, Instagram, Facebook, TikTok, Twitter\u2026 \u221e, hast du das gewusst?<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, fr\u00fcher war nicht alles besser, das ist Bl\u00f6dsinn. Aber ich habe schon in meinen Teenager-Jahren viel professioneller, wertsch\u00e4tzender und nachhaltiger Musik geh\u00f6rt, als es heute oft der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Paartherapeutinnen und ihre m\u00e4nnlichen Kollegen empfehlen, Partner sollen Quality-Time miteinander verbringen, und diese, wenn n\u00f6tig, sogar per Terminkalender planen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe entschieden: Ich werde mich in Zukunft mit der Musik zum Sex verabreden (mit meiner Frau ist das gekl\u00e4rt). Keine Ahnung, ob das klappt, aber Versuche bis zum Lebensende ist es allemal wert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar lasse ich mir von Querdenkern und Corona-Leugnern gerne vorwerfen, ein Schlaf-Schaf zu sein. Aber meine Metamorphose zum Lausch-Lemming gilt es aufzuhalten!<\/p>\n\n\n\n<p>Man soll ja bekanntlich beginnen, wenn es am sch\u00f6nsten ist. Also h\u00f6re ich mir gleich mal in aller Ruhe, aufmerksam und von vorne bis hinten (!), Manuels zweite Musikempfehlung, afrikanischen Pop in Form des Albums &#8220;Mangalismo&#8221; von Bongeziwe Mabandla, an. Einem Impuls folgend, mache ich mir ein paar Notizen, spontan, ungefiltert, ehrlich, einfach so, ohne irgend einen Anspruch (siehe unten).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ganz nah an der Musik, also dort, wo ich hingeh\u00f6re!<\/p>\n\n\n\n<p>Hinterher drehe ich, wo ich schon mal schwebe, beseelt ein paar Runden an der Zimmerdecke.<\/p>\n\n\n\n<p>Das kannst du auch!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;&#8230;eigentlich wahrscheinlich so gar nicht deine Musikrichtung\u201c, hat mein Sohn geschrieben, \u201eaber vielleicht kannst du ja trotzdem etwas daraus ziehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, vielleicht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Nicht vergessen: &#8220;Ein Klick aufs Album-Cover bringt dich direkt zu Spotify! :)&#8221;<\/p>\n\n\n\n\t\t<div class=\"wppdfemb-frame-container-1\" style=\"-webkit-overflow-scrolling:auto;\">\n\t\t\t<iframe class=\"pdfembed-iframe nonfullscreen wppdf-emb-iframe-1\"\n\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?pdfemb-data=eyJwZGZJRCI6NDYwOSwidXJsIjoiaHR0cDpcL1wvd3d3LmJsb2dhcm91bmRzb3VuZC5kZVwvd3AtY29udGVudFwvdXBsb2Fkc1wvMjAyMVwvMDVcL011c2lrZW1wZmVobHVuZ2VuX1BhcGEtMS5wZGYiLCJpbmRleCI6MX0\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-pdf-id=\"4609\"\n\t\t\t\tdata-pdf-index=\"1\"\n\t\t\t\tstyle=\"border:none;width:100%;max-width:100%;height:100vh;\"\n\t\t\t\tscrolling=\"yes\">\n\t\t\t<\/iframe>\n\t\t<\/div>\n\n\t\t\n<p class=\"wp-block-pdfemb-pdf-embedder-viewer\"><\/p>\n\n\n\n\t\t<div class=\"wppdfemb-frame-container-2\" style=\"-webkit-overflow-scrolling:auto;\">\n\t\t\t<iframe class=\"pdfembed-iframe nonfullscreen wppdf-emb-iframe-2\"\n\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/?pdfemb-data=eyJwZGZJRCI6NDY3NSwidXJsIjoiaHR0cDpcL1wvd3d3LmJsb2dhcm91bmRzb3VuZC5kZVwvd3AtY29udGVudFwvdXBsb2Fkc1wvMjAyMVwvMDVcL0Jvbmdleml3ZS1NYWJhbmRsYVx1MjAxMzIyTWFuZ2FsaXNtbzIyLU5vdGl6ZW4ucGRmIiwiaW5kZXgiOjJ9\"\n\t\t\t\t\t\t\t\tdata-pdf-id=\"4675\"\n\t\t\t\tdata-pdf-index=\"2\"\n\t\t\t\tstyle=\"border:none;width:100%;max-width:100%;height:100vh;\"\n\t\t\t\tscrolling=\"yes\">\n\t\t\t<\/iframe>\n\t\t<\/div>\n\n\t\t\n<p class=\"wp-block-pdfemb-pdf-embedder-viewer\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Vatertag hat mir mein Sohn Manuel (wo ich dies schreibe ist er 21 und studiert an der Hochschule der Medien in Stuttgart) etwas geschenkt, mit dem ich nicht gerechnet hatte:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4697,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-4603","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blogartikel"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.blogaroundsound.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/sculptures-2209152_1920-1.jpg?fit=1920%2C1280&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/s4Fngw-zuhoeren","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4603","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4603"}],"version-history":[{"count":132,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4603\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4766,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4603\/revisions\/4766"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.blogaroundsound.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}